Verbund steht hinter Bartenstein

7. Februar 2002, 15:13
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Kombi-Lösung bringt "große Vorteile"

Wien - Der Verbund hat sich "mit voller Kraft" hinter die Initiative von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein gestellt, in der Energiewirtschaft doch noch eine "österreichische Lösung" zu erreichen. Das Gelingen dieses Vorhabens setze allerdings "Partnerschaft und Fairness" voraus, erklärte das Unternehmen in einer Aussendung. Eine Österreich-Lösung solle mit einer Partnerschaft mit der E.On "kombiniert" werden.

Eine Einbindung der Wasserkraftaktivitäten der E.ON werde "große Vorteile" bringen, meint der Verbund am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Wie schon beim bisherigen gemeinsamen Projekt des Verbund und der E.ON Energie GmbH müsse "auch in einer erweiterten Lösung die wirtschaftliche Führung ganz klar in österreichischen Händen liegen und der Firmensitz in Österreich sein". Auf diese Weise könnte unter österreichischer Führung ein Wasserkraftproduzent entstehen, der innerhalb der EU zur absoluten Spitze zählen würde.

Wertschöpfungsstrukturen

Der Bartenstein-Vorschlag setze auf eine "faire Beteiligung an allen Geschäftsbereichen durch Sacheinlagen - von der Produktion über die Verteilnetze und dem Handel bis hin zum Groß- und Massenkundengeschäft", meint das Unternehmen. Nur durch Einbeziehung aller Wertschöpfungsstufen könnten eine "optimale Lösung" und "höchste Synergien" erreicht werden.

Eine "Zerschlagung des größten österreichischen EVU" sei jedenfalls "mit Sicherheit nicht der richtige Weg", heißt es in dem Pressetext. Der Verbund habe in den vergangenen Jahren erfolgreich umstrukturiert, seine Rentabilität übertreffe heute den Branchenschnitt. Die durch die langfristige Kraftwerksfinanzierung entstandene Netto-Verschuldung, die sich auf 2,6 Mrd. Euro (35 Mrd. S) belaufe, habe in den vergangenen drei Jahren um fast 730 Mill. Euro gesenkt werden können.

Der Verbund weist in seiner heutigen Pressemitteilung weiters darauf hin, dass sich seit Beginn der Strommarkt-Liberalisierung in Österreich das Geschäft mit den einzelnen Landesgesellschaften "überraschend unterschiedlich" entwickelt habe. Während es mit den meisten Landesversorgern praktisch gleich geblieben sei, hätten EVN, Wienstrom und Tiwag ihren Bezug an Verbund-Strom drastisch reduziert. (APA)

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