Auseinandersetzung um Sex-Dienste

7. Februar 2002, 15:51
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18-Jähriger zu 18 Monaten Haft für schwere Nötigung verurteilt

Wien - Das Gericht verurteilte den 18-Jährigen, der im Oktober in einer Damentoilette einem Diplomaten Geld abgenommen hatte, zu einer - nicht rechtskräftigen - unbedingten Haftstrafe von insgesamt 24 Monaten. Zu den 18 Monaten für die im vergangenen Oktober begangene Tat kommen noch weiter sechs Monate aus einer auf Bewährung ausgesetzten Strafe wegen Ladendiebstahls.

Der 18-Jährige will sich nun einer Therapie unterziehen. Ein Platz werde ihm vom "Grünen Kreis" bereits reserviert, so der Verteidiger, der für seinen Mandanten einen entsprechenden Antrag einbrachte, der wegen des im Vergleich zum schweren Raub geringeren Strafausmaßes möglich ist.

Darstellung I

In einer Damentoilette in der Babenbergerpassage habe ein Botschaftsmitarbeiter die Dienste des 18-jährigen in Anspruch genommen, bis der Jugendliche die Angelegenheit beendete: "Ich hatte Kopfweh." Als der Mexikaner ihm nur 200 Schilling geben wollte, habe er ihm die Gaspistole, die er aus Angst vor der "türkischen Konkurrenz" bei sich gehabt hatte, "nur gezeigt", sagte der Angeklagte.

Der Mann habe geantwortet: "Bleib cool. Du kriegst dein Geld. Steck die Waffe ein." Das Opfer sei "cooler" drauf gewesen als er selbst, sagte der Angeklagte. Genommen habe er schließlich 600 Schilling.

Darstellung II

Der Beraubte, der vor einigen Monaten in den Dienst der Vereinten Nationen trat und deshalb derzeit über eine "funktionale", aber keine "diplomatische" Identität verfügt, wie der Vorsitzende bemerkte, erklärte, der 18-Jährige habe ihn in der Albertinapassage angesprochen: "Er hat auf mich eingeredet", dabei sei er auch gefragt worden, ob er an Sex interessiert sei und ihm ein Angebot für 200 Schilling gemacht: "Ich habe hier die Bremse gezogen."

Schließlich sei ihm der Angeklagte auf die Toilette gefolgt und habe eine Waffe gezogen, nachdem er als "Vorleistung" 1.200 Schilling gefordert habe. Als er ihm "etwa 700 Schilling" gegeben habe, habe der Jugendliche ihm noch mit "Problemen" gedroht, falls er "plaudern" würde.

Während sich die Staatsanwältin für eine "empfindliche" Freiheitsstrafe aussprach und als erschwerend zwei Vorstrafen des Angeklagten anführte, führte die Verteidigung vor allem die Verzögerung von rund einer Stunde ins Treffen, die entstand, bis der ehemalige Botschaftsmitarbeiter die Tat schließlich meldete.

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