Erneut schweres Grubenunglück in Polen

7. Februar 2002, 15:02
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Maschinist geriet unter Transportband und starb

Warschau - Einen Tag nach dem schwersten Grubenunglück in Polen seit 15 Jahren ist am Donnerstag erneut ein Bergmann tödlich verunglückt. Ein 47 Jahre alten Maschinist der Steinkohlenzeche "Marcel" im oberschlesischen Rybnik geriet unter noch ungeklärten Umständen unter ein Transportband. Seine Kollegen fanden bei Schichtbeginn die Leiche des erfahrenen Bergmanns, meldete die polnische Nachrichtenagentur PAP.

"Menschliches Versagen"

Die Explosion in einem 700 Meter tief gelegenen Schacht des Bergwerks "Jasmos", bei der am Mittwoch zehn Menschen ums Leben kamen, wird von der polnischen Bergaufsicht unterdessen als menschliches Versagen bewertet. Bei Sprengarbeiten im Schacht war Kohlenstoff unkontrolliert explodiert. Die getöteten Bergleute hielten sich entgegen der Vorschriften im Gefahrenbereich auf, statt während der Sprengung in sicherer Entfernung abzuwarten.

"Unzulässiger" Aufenthalt

"Der Aufenthalt von so vielen Menschen an der Stelle war auf jeden Fall unzulässig", betonte Jan Migda, der mit der Aufklärung des Unglücks beauftragte Direktor des Bergbauamtes. Obendrein sei der Kohlenstaub in der Zeche offenbar nicht neutralisiert worden. Bei der Explosion kamen die übrigen 37 im Bereich arbeitenden Bergleute womöglich nur deshalb mit dem Leben davon, weil die so genannten Staubsperren die Explosion aufhielten. (APA/dpa)

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