Komitee fordert Freilassung Milosevics

7. Februar 2002, 13:30
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Ex-Staatschef nach Meinung nicht-jugoslawischer Juristen und Intellektueller "politischer Gefangener"

Belgrad - Im Vorfeld des Prozesses um Slobodan Milosevic vor dem UNO-Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag hat ein "Internationales Komitee zur Verteidigung" des jugoslawischen Ex-Präsidenten dessen Freilassung gefordert. Das Komitee hat sich schriftlich an jeden Mitgliedsstaat des UNO-Sicherheitsrates gewandt und um Unterstützung gebeten. Die "Internationale Komitee zur Verteidigung von Slobodan Milosevic" hat sich im Vorjahr aus einer Vereinigung von nicht-jugoslawischen Juristen und Intellektuellen gebildet.

Das Komitee fordert außerdem die Auflösung des UNO-Kriegsverbrecher-Tribunals in Den Haag. Das sei "bemüht, den Prozess gegen ein Volk (Anm.: das serbische) zu führen, um seine Freiheit zu zerstören und seinen Geist zu verhaften". In dem längeren Appell heißt es weiter, Milosevic sei ein "politischer Gefangener" und werde "ohne jeglichen Beweis" angeklagt. Weiter beschuldigt das Komitee die Belgrader Behörden, den Ex-Präsidenten "gekidnappt" zu haben. Ihrer Ansicht nach gebe es Beweise, dass die Personen, die Milosevic ausgeliefert haben, die von der US-Regierung versprochene Belohnung in Höhe von 5 Millionen Dollar (5,76 Mill. Euro/79,2 Mill. S) erhalten hätten. Weiters lobt das Komitee in dem Schreiben Milosevics "konsequente Kriegsgegnerpolitik".

Das "Internationale Komitee zur Verteidigung von Slobodan Milosevic" hat nach eigenen Angaben 100 aktive Mitglieder und etwa 2.000 Anhänger in rund 30 Staaten. Den Appell zur Freilassung von Milosevic haben auch der US-Anwalt Ramsey Clark und sein kanadischer Berufskollegen Christopher Black unterzeichnet.(APA)

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