Wiener Stadtwerke zur Wasserkraft-Ehe bereit

7. Februar 2002, 15:08
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Skyba: Strombezugsrecht für E.ON "kontraproduktiv"

Wien - Bei den Wiener Stadtwerken stößt der Vorschlag von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, die Landesgesellschaften in die Verbund-Tochter Austrian Hydro Power (AHP) einzubinden, auf deutliche Zustimmung. "Der Vorschlag kommt unseren Vorstellungen entgegen. Jede Form der Mitnutzung von Wasserkraft streben wir seit langem an", sagte Karl Skyba, Generaldirektor der Wiener Stadtwerke, am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz zur APA.

Ob eine Beteiligung der deutschen E.ON mit diesen Plänen vereinbar sei könne er nicht sagen, dazu habe es noch keine Gespräche gegeben. Grundsätzlich sei E.ON "nicht das Thema", das im Verbund/E.ON-Deal vorgesehene Strombezugsrecht für die Deutschen sei aber "kontraproduktiv". "Das wäre sowohl für Österreichs Volkswirtschaft als auch betriebswirtschaftlich schlecht", meint Skyba.

Kooperation zwischen Landesversorgern und Verbund

Offen ist der Chef der Wiener Stadtwerke hingegen für den Vorschlag der Kooperation zwischen Landesversorgern und Verbund bei thermischen Kraftwerken. Zwar wolle er den Verhandlungen nicht vorgreifen, eine "gemeinsame Führung" von kalorischer Energie und Wasserkraft würde aber einen "unglaublichen Nutzen bringen." Da die Wasserenergie nicht immer im selben Ausmaß zur Verfügung stehe, könnten Engpässe damit künftig durch eine Forcierung der kalorischen Energie ausgeglichen werden. Eine Verbindung wäre daher "wirtschaftlich sehr spannend", sagt Skyba.

Auch einen gemeinsamen Vertrieb und Handel lehnt der Stadtwerke-Chef nicht ab. Vor der Marktöffnung hätten die Landesgesellschaften über den Verbund 50 Jahre lang ihren Vertrieb aufeinander abgestimmt. Erst mit der Liberalisierung des Strommarktes sei diese Abstimmung abgebrochen. Er könne sich aber gut vorstellen, dass sich die Wettbewerbsituation wieder verändere, sagt Skyba.

All diese Themen seien bei den letzten Verhandlungen kein Thema gewesen. Dass nun wieder "Drive" in die Verhandlungen komme, freue die Wiener Stadtwerke sehr, so der Vorstand. (APA)

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