Enron-Manager spielten "Krieg der Sterne"

7. Februar 2002, 12:59
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Partnerschaften nach Figuren in Science Fiction-Film benannt - "Jedi-Ritter" im Reisswolf gelandet

Washington - In den Enthüllungen um den Zusammenbruch des Energiekonzerns Enron, die größte Pleite der US-Unternehmensgeschichte, kommen auch unfreiwillig komische Aspekte an die Öffentlichkeit. So haben einige der Manager offenbar eine Vorliebe für den Film "Krieg der Sterne" (Star Wars) entwickelt und im Berufsleben gleich umgesetzt. Mehrere Partnerschaften und Tochterunternehmen, die offenbar nur der Bilanzschönung dienten, wurden nach Figuren aus dem Science Fiction-Film benannt.

Der Firmenname "Jedi" ergab sich zunächst einfach aus den Initialen der "Joint Energy Development Investment Partnership". Im folgenden wurde dem Jedi-Ritter Obi-Wan Kenobe Anerkennung gezollt, und die Partnerschaften Kenobe Inc. und Obi-1 Holdings LLC nach ihm benannt. Chewco Investments LP wurde durch Chewbacca, den treuen Wookiee, inspiriert. Seit 1993 wurde so eine ganze Gruppe von Unternehmen nach Figuren aus Star Wars benannt, erklärte eine Enron-Sprecherin gegenüber der "New York Times". Wer der nicht nur in der Buchhaltung kreative Filmfan war, habe man noch nicht ermitteln können.

Die Star Wars-Produktionsfirma Lucasfilm hat sich jedenfalls bereits entschieden von allen Verbindungen zu Enron distanziert. Und die "Jedi-Ritter" fanden im Zuge des Zusammenbruchs des Konzerns und der Vertuschungsversuche der Machenschaften ein unrühmliches Ende: Ganze Kisten von Dokumenten über die unheilvollen Partnerfirmen landeten im Reißwolf.(APA)

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