Länder über Stromlösung uneins

7. Februar 2002, 20:50
posten

Mehrheit kann sich "österreichische Lösung" bei Wasserkraft vorstellen - Tirol und Vorarlberg haben kein Interesse

BURGENLAND: NUR OHNE E.ON
Im Osten war man schon immer patriotisch: Die Wasserkraft soll fest in österreichischer Hand bleiben, der "europäischen Großmacht sauberer Energie", sagt Landeshauptmann Hans Niessl - also ohne Atomstrommacher E.ON.

KÄRNTEN: VERBUND KAUFEN
Der Verbundkonzern sei zwar eine "Hilfskonstruktion, schwach und aufgebläht", aber Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider will ihn trotzdem kaufen, zusammen mit den anderen Ländern. Und dann: Management auswechseln.

NÖ: E.ON-DEAL GESTORBEN
Landeschef Erwin Pröll ist vehementer Befürworter der "österreichischen Lösung", hofft, dass der E.ON-Deal jetzt gestorben ist. Vorsichtiger Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka: Heimische Lösung soll nicht an "kategorischem Nein" zu E.ON scheitern.

OÖ: NIE BEHINDERT
Oberösterreich habe eine österreichische Lösung nie behindert, sagt der kurende Landeschef Josef Pühringer. Der Vorschlag des Bundes werde genau geprüft, entscheidend: "Die Auswirkung auf den Strompreis".

SALZBURG: NUR ALS KONZERNSITZ
Zurückhaltung, solange der Landeschef in den USA weilt. Aber wenn österreichisch, dann muss Salzburg Konzernsitz sein, sagt Stellvertreter Wolfgang Eisl - so war's für die Wasserkraftehe geplant.

STEIERMARK: SKEPSIS
Kein Problem mit E.ON, kein Problem mit österreichischer Lösung - trotzdem Skepsis bei Landesrat Herbert Paierl. Immerhin: Die Debatte ist "zumindest eine gute Übung, um Doppelbödigkeit und Verlogenheit der Energiediskussion aufzudecken".

TIROL: KEIN INTERESSE
Wirtschaftslandesrat und TIWAG-Aufsichtsratschef Ferdinand Eberle zeigt "kein Interesse" an einer Fusion. Die TIWAG muss eigenständig bleiben; patriotischer Rat aus Kärnten (das ausländische Energiepartner hat) sei "unglaubwürdig".

VORARLBERG: KEINE PATRIOTEN
Das Ländle hat mit der Partnerschaft mit der Energie Baden-Württemberg (EnBW) die Weichen längst anders gestellt, sagt Landeschef Herbert Sausgruber. Teilnahme an der "österreichischen Lösung"? Kommt nicht in Frage.

WIEN: WIR ODER DIE E.ON
Verbund und Bartenstein werden sich entscheiden müssen "entweder uns oder E.ON", sagt Bürgermeister Michael Häupl. Gleichzeitig Anti-Atompolitik und Ausverkauf der Wasserkraft: Solche "Doppelbödigkeit" nicht mit Häupl. (DER STANDARD, Printausgabe 8.2.2002)

Share if you care.