Todesstrafe für tunesische Sängerin wegen Blasphemie gefordert

7. Februar 2002, 12:19
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Richter: Hat sich so ausgedrückt, "als sei sie selbst von Gott gesandt"

Riad/Kairo - Ein Richter aus Saudi-Arabien hat wegen angeblicher Gotteslästerung die Todesstrafe für die bekannte tunesische Sängerin Dhikra Mohammed gefordert. Ihr "Vergehen": Sie soll ihre eigenen Erfahrungen im Leben mit den Schwierigkeiten des Propheten Mohammed bei der Verbreitung des Islam verglichen haben. Dieser Vergleich sei "blasphemisch" erklärte Scheich Ibrahim el Hodeiri vom "Großen Gericht" in der saudischen Hauptstadt Riad.

Nach Angaben der arabischen Tageszeitung "Al-Hayat" vom Donnerstag bezog sich der Scheich dabei auf Äußerungen, die Dhikra Mohammed vor einigen Tagen bei einer Pressekonferenz in Katar gemacht hatte. Dort war die Tunesierin zusammen mit anderen arabischen KünstlerInnen aufgetreten. Die Sängerin habe sich so ausgedrückt, "als sei sie selbst von Gott gesandt", wetterte der Scheich. Sollte sie keine Reue zeigen, so habe sie den Tod verdient. Bei den Worten des saudischen Scheichs handelt es sich nicht um eine "Fatwa" (islamisches Rechtsgutachten). Die Sängerin könnte aber wegen des "Skandals" nach Einschätzung arabischer Beobachtern künftig Probleme bei der Einreise in islamische Länder bekommen und möglicherweise sogar von Fanatikern angegriffen werden. (APA/dpa)

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