Aufruhr im türkischen Erdbebengebiet Anatolien

7. Februar 2002, 11:52
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Wütende Proteste wegen mangelnder Hilfe

Afyon/Istanbul - Vier Tage nach dem schweren Erdbeben in Anatolien ist ein Besuch des türkischen Staatspräsidenten Ahmet Necdet Sezer am Donnerstag von wütenden Protesten begleitet worden.

Eine aufgebrachte Menge, die sich über unzureichende Hilfe für ihr Dorf beklagte, stoppte die Fahrzeugkolonne des Präsidenten und hinderte ihn an der Weiterfahrt. Versuche der Polizei, den Weg freizumachen, und selbst beruhigende Worte Sezers, der von Generalstabschef Hüseyin Kivrikoglu und Bauminister Abdülkadir Akcan begleitet wurde, halfen zunächst nichts.

Imer noch zuwenig Zelte

Als Sezer wieder einstieg und weiter fahren wollte, legten sich die Demonstranten vor die Fahrzeuge. Die Lage beruhigte sich erst, als die Kolonne einen Abstecher in das Dorf machte, wo Sezer dann mit Beifall und Willkommensrufen empfangen wurde. Auch vier Tage nach dem Beben in der Provinz Afyon, bei dem 43 Menschen ums Leben kamen und mehr als 600 Gebäude beschädigt worden, mangelt es noch immer an Zelten. (APA/dpa)

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