Neue Zweifel an Sauriersterben durch Meteoriteneinschlag

7. Februar 2002, 19:11
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US-Geologe: Staub kann Sonnenlicht nicht genügend verdunkelt haben

Wien - Zweifel an der gängigen Theorie über das Aussterben der Saurier vor rund 65 Millionen Jahren meldet der Geologe Kevin Pope von Geo Eco Arc Research in Aquasco, Maryland (USA) an. Der Meteoriten-Aufschlag, der den Chicxulub-Krater in Mexico aufriss, könne nicht genug Staub aufgewirbelt haben, um die Erde nachhaltig vom Sonnenlicht abzuschatten, so Pope in der Wissenschaftszeitschrift "Geology" (Vol. 30).

Pflanzenfresser verhungerten

Die von vielen Experten in den vergangenen Jahren vertretene Theorie geht davon aus, dass der Staub des Meteoritenaufschlages die Sonne so stark verdunkelte, dass die Pflanzendecke auf der Erde herheblich dezimiert wurde. Dadurch verhungerten zuerst die Pflanzenfresser unter den Sauriern, dann die Räuber und Aasfresser.

Meteoriten-Theorie

Die Wissenschafter gehen davon aus, dass der Einschlag des Meteoriten vor 65 Millionen Jahren einige Trillionen Tonnen an Materie aufgewirbelt und verblasen hat. Rund um den Globus ist so eine drei Millimeter starke Schicht entstanden. Nach Durcharbeitung der verhandenen Studien dazu kommt Pope allerdings zu dem Ergebnis, dass sich 99 Prozent dieser Schicht aus kugelförmigen, tröpfchenartigen Gebilden zusammensetzen. Diese entstehen dadurch, indem beim Aufschlag verdampftes Gestein anschließend wieder kondensiert.

Staub

Lediglich 100 Millionen Tonnen des gesamten Materials sei dagegen feiner Staub mit einer Korngröße von weniger als einem Mikrometer gewesen, so der Geologe. Und nur solcher Feinstaub könne sich längerfristig in der Atmospäre halten und die Sonne abschatten. Zum Vergleich, beim Ausbruch des Vulkans Pinatubo sei immerhin rund ein Zehntel dieser Feinstaubmenge in die Atmosphäre gelangt und habe praktisch keine Auswirkungen gehabt.

Pope hat dennoch eine Erklärung parat, wie der Meteoritenaufschlag dennoch zum Aussterben der Saurier haben könnte: So sei es möglich, dass Schwefel aus den verdampften Felsen in der Atmosphäre Aerosole bildete und diese die Sonneneinstrahlung nachhaltig behinderten. (APA)

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