Für eine Handvoll Dollar mehr?

7. Februar 2002, 10:38
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USA sollen afghanische Kriegsherren großzügig unterstützt haben - Außenministerium dementiert, CIA lehnt Stellungnahme ab

Washington - Die USA haben nach Informationen der Zeitung "Washington Times" Dutzende afghanische Kriegsherren mit insgesamt sieben Million Dollar (rund acht Millionen Euro/110,1 Mill. S) und Satellitentelefonen unterstützt. Mehr als 35 örtliche Milizführer hätten Ende vergangenen Jahres Geldtransaktionen von jeweils 200.000 Dollar vorgenommen, berichtete die "Washington Times" am Donnerstag unter Berufung auf Bankbeschäftigte, Geldwechsler und andere Personen, die mit den Transaktionen zu tun hatten. In mindestens einem Fall seien Transaktionen nach einem Treffen mit US-Vertretern erfolgt. Das US-Außenministerium habe angegeben, davon nichts gewusst zu haben. Der Geheimdienst CIA habe eine Stellungnahme abgelehnt.

Unter den von den USA unterstützten Kriegsherren sei auch Mirza Mohammed Nasseri, der von den Taliban zu deren Gegnern übergelaufen sei und eine Gruppe in Kundus im Norden des Landes befehligt habe. Das Blatt zitierte den Fahrer Nasseris mit den Worten, im vergangenen Herbst habe der Kommandant die US-Botschaft in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad aufgesucht. Nasseri sei mit einer dicken schwarzen Aktenmappe wieder aus dem Gebäude herausgekommen. Nasseri sei dann nach Peshawar im Nordwesten Pakistans gefahren und habe seinen Bankier getroffen.

Der Bankier sagte der Zeitung, Nasseri habe die Tasche geöffnet und 200.000 Dollar sowie ein großes Satellitentelefon auf den Tisch gelegt. Dem Blatt zufolge sagte Nasseri dem Bankier, er habe das Geld von US-Vertretern erhalten. Im Gegenzug habe er beim Sturz der damals noch in Afghanistan regierenden Taliban und der Zerstörung der El-Kaida-Organisation von Osama bin Laden helfen sollen. Die USA machen Bin Laden für die Anschläge am 11. September verantwortlich und bekämpfen in Afghanistan El Kaida und die Talban seit dem 7. Oktober.(APA/Reuters)

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