Wer rustet, rostet nicht

7. Februar 2002, 15:05
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Der Ruster Ausbruch hatte 1999 ein gutes Jahr

Freilich gibt es Weine, die zur Zeit "hipper" genannt werden dürfen, als dies vielleicht beim Ruster Ausbruch der Fall ist. Man denkt da unbelastet nämlich vielleicht an schwere Gläser, eiserne Kerzenleuchter, finstere, moosbewachsene Gewölbe und so. Und tatsächlich kann man solch Atmosphäre in Rust sogar antreffen, nur verdient der Parade-Süßwein aus der burgenländischen Freistadt dennoch höchste Aufmerksamkeit. Vor allem der aus dem famosen Jahrgang 1999, der jüngst von der Vereinigung "Cercle Ruster Ausbruch" in der Meinls Weinbar präsentiert wurde: Feuer, Kraft, Wucht und Finesse, konzentriert in einem Wein wie sonst nur selten.

So zum Beispiel die Sauvignon blanc-Essenz von Ernst Triebaumer, ein Monument von Wein, oder die Essenz von Gelbem Muskateller, Welschriesling und Chardonnay von seinem Sohn Herbert Triebaumer, eine bombastische Fruchtbome, oder der unglaubliche Gelbe Muskateller-Ausbruch vom Weingut Wenzel, die schiere Definition des Muskatellers - ein genialer Wein. Wunderbar auch Kurt Feilers fetter Welschriesling-Ausbruch, äußerst verführerisch Hermann Hammers Barrique-Ausbruch, gnadenlos süß (321g Zucker pro Liter!) der "Genesis No.4" genannte Ausbruch von Harald Kraft, und ganz toll auch Peter Schandls Ausbruch "Essenz", viel Säure, irre viel Frucht, großes Vergnügen. Und bitte nicht nach Kombinationen mit irgendwelchen Speisen suchen - solche Weine sind solitär.

floh

derStandard/rondo/8/2/02

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