Kanzler Schröder sah bei Eröffnung auch "Albtraumfabrik"

8. Februar 2002, 11:58
posten

Erinnerung an die "Verantwortung des Kinos" nach dem 11. September

Berlin - Die 52. Internationalen Filmfestspiele sind am Mittwochabend in Anwesenheit von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) unter starken Sicherheitsvorkehrungen eröffnet worden. Im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz wurde den 2.500 Ehrengästen die Internationale Jury unter Leitung der indischen Regisseurin Mira Nair vorgestellt.

Zum Auftakt zeigte "Lola rennt"-Regisseur Tom Tykwer "Heaven" mit Cate Blanchett und Giovanni Ribisi, ein Drama über die ausweglose Liebe zwischen einem jungen Polizisten und einer Attentäterin. Das Publikum zeigte gemischte Reaktionen: Festivaltypisch gab es neben Bravos auch vereinzelte Buh-Rufe.

Schröder hat anlässlich der Eröffnung an die Terroranschläge in den USA und die Verantwortung des Kinos erinnert. Knapp fünf Monate nach dem 11. September habe niemand die schrecklichen Bilder aus Washington und New York vergessen, die sich ein Katastrophen-Kino nicht schlimmer hätte ausdenken denken.

Kino sei nicht nur "Traumfabrik", und manchmal auch "Albtraumfabrik", sagte Schröder. Es helfe beim Sehen und Verstehen, "die wir nötig brauchen, wenn wir das Leben der Menschen besser, toleranter und friedlicher machen wollen." Der Bundeskanzler würdigte das diesjährige Berlinale-Motto "Accept Diversity!" ("Nehmt die Vielfalt an!"), das vorzüglich gewählt sei. Er wies auch darauf hin, dass sich das Fernsehen als Hauptnutzer der Filmproduktionen bei der Förderung "ruhig etwas stärker engagieren könnte".

Als Eröffnungsfilm stand die deutsch-amerikanische Produktion "Heaven" des deutschen Regisseurs Tom Tykwer auf dem Programm. Bis zum kommenden 17. Februar sind auf der 52. Berlinale 389 Filme aus 59 Ländern zu sehen. (APA/dpa/AP)

Share if you care.