Transport weiterer Gefangener nach Guantanamo steht bevor

6. Februar 2002, 19:06
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USA nahmen im Jänner 120 Taliban in Afghanistan fest - 27 mutmaßliche El-Kaida-Kämpfer freigelassen

Washington/Kabul/Guantanamo Bay - Die USA wollen in den kommenden Tagen weitere gefangene Taliban- und El-Kaida-Kämpfer auf ihren Militärstützpunkt Guantanamo auf Kuba bringen. Der Transport nach Kuba werde "in den kommenden Tagen" erfolgen, sagte ein Armeevertreter am Mittwoch. Ein genaues Datum und die Zahl der Häftlinge wollte er nicht nennen. Medien hatten zuvor berichtet, die Gefangenen sollten noch am Mittwoch von Kandahar in Südafghanistan nach Kuba aufbrechen. Die Armee wollte diese Angaben aber nicht bestätigen. In Guantanamo halten die USA derzeit 158 Gefangene fest, In Afghanistan sind es 324 Personen.

Im vergangenen Monat nahmen US-Truppen nach afghanischen Angaben mehr als 120 Taliban-Kämpfer fest. Die aus Pakistan und Afghanistan stammenden Kämpfer seien den Elitesoldaten in der zentralafghanischen Provinz Bamijan ins Netz gegangen, sagte ein Sprecher des örtlichen Kriegsherren Karim Chalili. Die in Pakistan ansässige Nachrichtenagentur AIP berichtete, am Mittwoch seien in Kabul 21 weitere Männer festgenommen worden.

Die USA haben nach eigenen Angaben 27 Personen freigelassen, die sie als mutmaßliche Mitglieder der moslemischen Extremistengruppe El Kaida festgenommen hatten. Ein Sprecher des US-Zentralkommandos in Florida sagte, sie seien bei einem US-Einsatz am 23. Jänner festgenommen worden. "Wir haben festgestellt, dass es sich nicht um Taliban-Kämpfer oder solche mit Verbindungen zur El Kaida handelt und haben sie daher freigelassen", sagte er.

Einige der Männer seien Kriminelle, jedoch ohne Verbindungen zum Krieg. Die Freigelassenen seien der afghanischen Regierung in der Stadt Tarin Kaut übergeben worden. Die Freigelassenen waren bei einem US-Einsatz nahe Haser Kadem festgenommen worden. Dabei sollen die US-Soldaten jedoch eine Gruppe von Taliban-Gegnern angriffen haben. Karsai sagte der "Washington Post", die USA hätten den Fehler eingeräumt und zum Teil Entschädigung gezahlt. In einem Fall seien die US-Streitkräfte absichtlich von Informanten fehlgeleitet worden. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld räumte ein, dass auch verbündete afghanische Kämpfer getötet worden sein könnten. Zu den Berichten über eine Entschädigung nahm er nicht Stellung. (APA/Reuters)

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