Indien will russischen Flugzeugträger

6. Februar 2002, 19:51
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Auch Kampfjets sollen gekauft werden - Muslimextremisten erschossen

Neu-Delhi - Der russische Vizepremier Ilja Klebanow hat am Mittwoch in Neu-Delhi Gespräche über Rüstungsexporte geführt. Bei einem Treffen mit dem indischen Verteidigungsminister George Fernandes ging es um die Vorbereitung eines Protokolls über militärische Vorhaben, das am Freitag unterzeichnet werden soll.

Nach indischen Presseberichten ist geplant, dass Indien den 24 Jahre alten russischen Flugzeugträger "Admiral Gorschkow" übernimmt, modernisiert und zwei Geschwader von MiG-29-Kampfflugzeugen kauft. Das Rüstungsgeschäft hat einen Gesamtwert von 2,3 Milliarden Euro (31,6 Mrd. S).

Indische Soldaten in Kaschmir haben fünf mutmaßliche Mitglieder einer extremistischen Muslimorganisation aus Pakistan erschossen. Die Islamisten seien bei dem versuchten Grenzübertritt in einen Hinterhalt geraten, teilte ein Armeesprecher am Mittwoch mit.

Den Angaben zufolge handelte es sich um fünf Mitglieder der Gruppe Jaish-e Mohammed, die Indien für den Anschlag auf das Parlament in Neu-Delhi von Mitte Dezember verantwortlich macht. Bei einem von ihnen handle es sich vermutlich um einen Anführer ger Gruppe. Auf die Aufforderung zur Aufgabe hin hätten die Männer das Feuer eröffnet und seien erschossen worden.

Mitte Jänner hatte der pakistanische Militärmachthaber Pervez Musharraf unter anderem die Jaish-e Mohammed offiziell verboten. Sie steht auch auf der Liste Washingtons mit mutmaßlichen Terrororganisationen. Pakistanische Ermittler machen einen ihrer Anführer für die Entführung des US-Journalisten Daniel Pearl in Karachi verantwortlich. (AFP, AP)

(DER STANDARD, Printausgabe, 7.2.2002)
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