Tenet: Weltweit fast 1.000 El-Kaida-Mitglieder festgenommen

6. Februar 2002, 18:14
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US-Geheimdienstchef: Terrornetzwerk noch nicht zerstört - Sieben Taliban-Kämpfer in Kabul verhaftet

Washington/Kabul/Islamabad - Der internationale Kampf gegen den Terrorismus hat in mehr als 60 Ländern weltweit zur Festnahme von fast 1.000 mutmaßlichen El-Kaida-Mitgliedern geführt. Diese Zahlen nannte der Direktor des US-Geheimdienstes CIA, George Tenet, am Mittwoch vor einem Senatsausschuss des Kongresses in Washington. Trotz des Kriegs in Afghanistan sei das Terrornetzwerk El Kaida jedoch noch nicht zerstört, erklärte Tenet. Es stelle weiterhin eine ernste Bedrohung für die USA dar.

Die Terroristen hätten Angriffe unter anderem gegen Sehenswürdigkeiten, Flughäfen, Brücken, Häfen und Staudämme erwogen. Auch herausragende Ereignisse wie die Olympischen Spiele passten zum Ziel der Terroristen, den USA einen weiteren Schlag zuzufügen, der weltweites Medieninteresse errege. In Afghanistan entdeckte Dokumente zeigten, dass Islamistenführer Osama bin Laden ein hoch entwickeltes Forschungsprogramm für biologische Waffen unterhalten habe, erklärte Tenet weiter. Darüber hinaus habe sich die Terrororganisation auch für chemische, atomare und radiologische Waffen interessiert. Eine Bedrohung erwachse auch aus der Verbindung zwischen Terroristen und anderen Feinden der USA, die über Massenvernichtungswaffen verfügten.

Afghanische Sicherheitskräfte haben sieben Talibankämpfer und vier pakistanische Staatsangehörige festgenommen, die sich in Kabul versteckt hatten. Dies bereichtet die afghanische Nachrichtenagentur AIP am Mittwoch unter Berufung auf Radi Kabul. Die Gefangenen würden verhört, hieß es.

El Kaida plant weitere Anschläge auf USA und Verbündete

Nach Ansicht von CIA-Chef George Tenet plant das Terrornetzwerk El Kaida weitere Anschläge in den USA. Auch in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und in Südostasien könnten Einrichtungen der USA und ihrer Verbündeten Ziele von Angriffen werden, sagte Tenet. Gestartet werden könnten solche Aktionen von El-Kaida-Zellen, die in Europa und im Nahen Osten bereits bestünden. Die USA machen die El-Kaida- Organisation des Moslem-Extremisten Osama bin Laden für die Anschläge vom 11. September in New York und Washington verantwortlich. (APA/AP/dpa)

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