Spannungen zwischen Israel und Iran nehmen zu

6. Februar 2002, 16:01
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Washington befürchtet Eskalation

Jerusalem/Teheran/Washington - Zwischen Israel und dem Iran nehmen die Spannungen zu. Auf den israelischen Vorwurf, Teheran versorge die Schiitenmiliz Hisbollah im Libanon mit weitreichenden Raketen und die Palästinenser mit Waffen, hat der iranische Verteidigungsminister Admiral Ali Shamkhani mit einer Warnung geantwortet. Dem arabischen Fernsehsender "Al Jazeera" sagte der Minister, falls Israel den Krieg eröffnen sollte, werde es eine Antwort erhalten, die sich kein Israeli vorstellen könne.

Seitdem US-Präsident George W. Bush den Iran als ein Land auf der "Achse des Bösen" bezeichnet hatte, will Israel dies mit eigenen Beispielen untermauern. Außenminister Shimon Peres erklärte in New York, Teheran habe völkerrechtswidrig Revolutionsgarden im Südlibanon stationiert. Auch könnten von dort iranische Raketen mit einer Reichweite bis 70 Kilometer abgeschossen werden, die Israel tief im Inneren träfen.

USA befürchten "Unerwünschte Reaktionen" des Iran

Die USA sind nach israelischen Presseberichten über die verschärften Verbalattacken Israels gegen den Iran irritiert und werden von Premier Ariel Sharon, der am Donnerstag in Washington erwartet wird, Zurückhaltung verlangen. Die jüngsten israelischen Angriffe könnten auf iranischer Seite "unerwünschte Reaktionen" hervorrufen, die für die USA störend wären, zitierte die israelische Tageszeitung "Yediot Aharonot" am Mittwoch hohe Regierungskreise in Washington.

Die israelische Regierung und Generalstabschef Shaul Mofaz hatten am Dienstag scharfe Warnungen an die Adresse Teherans gerichtet. Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer forderte die USA auf, gegen Terroristen im Libanon vorzugehen, die vom Iran gesteuert würden. Verkehrsminister Ephraim Sneh, ein ehemaliger General, beschuldigte die iranische Regierung, sie wolle "Israel ausradieren".

Der jordanische Botschafter in Teheran wurde unterdessen wegen angeblicher antiiranischer Bemerkungen des jordanischen Königs Abdullah II. ins iranische Außenamt zitiert. Die in London erscheinende arabische Zeitung "Asharq al Awsat" hatte zuvor von einem Gespräch zwischen König Abdullah und US-Präsident George W. Bush in Washington berichtet. Der Monarch habe Bush von angeblichen iranischen Plänen berichtet, von jordanischem Territorium aus Terroranschläge gegen Israel auszuführen.(APA/AP)

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