"Fast wie zu kolonialen Zeiten"

8. Februar 2002, 21:29
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Kenia sieht seinen Großwildbestand durch grenznahe Jagden bedroht

Nairobi - Kenianische Tierschützer sehen den Großwildbestand in den Nationalparks im Süden des Landes durch Jäger bedroht. Unmittelbar hinter der tansanischen Grenze wird - fast wie zu kolonialen Zeiten, als Safari-Teilnehmer nicht mit Kameras, sondern mit Elefantenbüchsen unterwegs waren - frisch fröhlich Jagd auf die grauen Riesen, Löwen, Leoparden und Büffel gemacht. Nach Angaben der kenianischen Wochenzeitung "The East African" sind es vor allem reiche Jäger aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, die sich das Vergnügen leisten. Profit daraus ziehe der tansanische Staat, der die Abschussgenehmigungen vergebe.

Die Preise

4.627 Euro kostet demnach der Abschuss eines Elefanten, für die Hälfte ist ein Löwe oder ein Leopard zu "haben". 1.851 Euro pro Tag und Schützen sind aber allein schon für den "Eintritt" in die Jagdgründe zu berappen. Die kenianischen Tierschützer sind nicht zuletzt deshalb empört, da die Großwildjagd dort seit 1977 untersagt ist. Die betroffenen Regionen sind der Amboseli- und der Massai Mara-Nationalpark, beides Touristenmagneten, die einen Gutteil zu den jährlichen Einnahmen aus dem Fremdenverkehr von 296 Mill. Euro beitragen.

Bis zu 80 Prozent der Wildtierarten könnten in den geschützten Gebieten durch das durch die tansanische Regierung lizensierte Jagen verloren gehen, fürchten die Umweltschützer. Nach Angaben tansanischer Tierschützer findet das legale Töten seit zehn Jahren statt, hauptsächlich entlang der Wanderrouten im Serengeti- zum angrenzenden Massai Mara-Nationalpark. (APA)

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