Telefonica entscheidet im März über UMTS-Start in Österreich

6. Februar 2002, 15:27
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Für GSM-Mobilfunkdienste bereits gerüstet - Telefonica will in nächsten drei Jahren Schulden halbieren

Die spanische Telefonica, die in Österreich mit dem Festnetzanbieter European Telecom und dem UMTS-Lizenzinhaber 3G Mobile tätig ist, wird im März 2002 Details zum UMTS-Start in Europa und damit auch in Österreich beschließen, sagte 3G Mobile-Geschäftsführer Kurt Lüscher am Mittwoch.

"Noch keinen Euro investiert"

Für die dritte Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) habe man "in Österreich bisher noch keinen Euro" investiert, betonte Lüscher. Telefonica will in Österreich allerdings auch GSM-Mobilfunkdienste anbieten. Dazu habe man alle Vorbereitungen getroffen und Roamingverträge abgeschlossen, das Netz sei betriebsfertig und vom Telekom-Regulator bereits begutachtet worden, so Lüscher.

Schulden sollen halbiert werden

Telefonica will laut einem Bericht der spanischen Zeitung "El Pais" in den nächsten drei Jahren ihre Schulden in drei Schritten knapp halbieren. Der Schuldenberg soll laut Telefonica-Chef Cesar Alierta von derzeit 29,68 Mrd. Euro (408 Mrd. S) auf 16,21 Mrd. Euro reduziert werden, wobei 2002 rund 6,8 Mrd. Euro Schulden abgebaut werden sollen, 2003 weitere 2,5 Mrd. Euro und 2004 4,04 Mrd. Euro.

Verkauf von Immobilien geplant

Der Schuldenabbau soll vor allem über den Verkauf von firmeneigenen Immobilien laufen, sagte ein Telefonica Moviles-Sprecher zur der APA. Der ehemalige Telekommonopolist besitzt derzeit Immobilien im Wert von 3 bis 5 Mrd. Euro und ist damit Spaniens größter privater Immobilieneigentümer. Weiters sollen die Investitionen auf dem europäischen Mobilfunkmarkt nach hinten verschoben werden, da sich der Marktstart für UMTS in Italien, Österreich und der Schweiz voraussichtlich auf 2003 auf Grund der unfertigen UMTS-Technologie verzögere, so der Sprecher.

Fehlstart mit Quam

Nach dem Fehlstart der deutschen Mobilfunk-Tochter Quam hatte Telefonica auch in Italien Probleme, wo die italienische Handytochter Ipse 2000, die zu 45,59 Prozent dem Telefonica-Konzern gehört, Medienberichten zufolge seinen Marktstart vorläufig auf Eis gelegt hat.

Außerdem sollen Unternehmensteile zur Schuldenreduktion abseits des Kerngeschäfts wie an Medienkonzernen in Argentinien und Spanien verkauft werden. (APA)

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