Verzetnitsch gegen "schleichenden Ausverkauf"

6. Februar 2002, 14:49
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ÖGB-Präsident: Verfügungsgewalt über Wasserressourcen ist zu erhalten

Wien - Eine Absage an einen "schleichenden Ausverkauf österreichischen Eigentums" kam am Mittwoch von ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch im Zusammenhang mit der geplanten Wasserkraft-Ehe von Verbund und der deutschen E.ON: Durch diesen Deal drohe langfristig eine ausländische Verfügungsmacht über die österreichischen Wasserkraftwerke, die unternehmerische Führung und die damit verbundenen Rechte am österreichischen Wasser gingen verloren. Auch der ÖGB-Präsident sprach sich heute für eine österreichische Lösung aus.

"Die Verfügungsgewalt über unser Wasserressourcen darf nicht angetastet werden", so Verzetnitsch in einer Pressemitteilung. Es deute jetzt aber vieles darauf hin, dass der Verbund/E.ON-Deal in genau in diese Richtung laufe. Da entgegen den ursprünglichen Plänen nunmehr der Konzernsitz und damit die strategische Unternehmensentscheidung ins Ausland gehen solle, sähen die Gewerkschaften dieser Lösung mit großer Sorge entgegen.

Verlustgefahr für Arbeitsplätze

Damit würde aber nicht nur durch den deutschen Konzern auf die österreichischen Wasserkraftwerke und die vorhandenen österreichischen Wasserrechte Einfluss genommen, sondern auch die Konzernzentrale abwandern und damit auch qualifizierte Arbeitsplätze und heimische Wertschöpfung bei den Zulieferfirmen verloren gehen.

Verzetnitsch erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die ÖGB-Urabstimmung und insbesondere an die "Forderung 6". Von 807.192 ÖGB-Mitgliedern hatten sich 751.913 oder 94,6 Prozent für die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit der öffentlichen Dienste und den Stopp des unwiderruflichen Ausverkaufs öffentlichen Eigentums wie Betriebe, Strom, Wasser und Wälder ausgesprochen. (APA)

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