ÖAMTC begrüßt Monti-Vorschläge

6. Februar 2002, 14:08
posten

Frühere Bedenken ausgeräumt

Wien - Der ÖAMTC hat am Mittwoch die sich abzeichnenden weitgehenden Veränderungen im europäischen Autohandel begrüßt. "Für den Konsumenten ist das ein Schritt in die richtige Richtung, denn wir erwarten dadurch günstigere Neuwagenpreise sowie geringere Reparatur- und Servicekosten", sagte ÖAMTC-Juristin Ursula Zelenka am Mittwoch gegenüber der APA. Damit scheinen noch vor einem Jahr geäußerte Bedenken ÖAMTC gegen Systemveränderungen im Autohandel ausgeräumt.

Die Autofahrerclubs hatten sich noch zu Beginn 2000 zusammen mit dem heimischen Autohandel und der Metallergewerkschaft gegen eine Abschaffung der so genannten "Gruppenfreistellungsverordnung" (GVO) stark gemacht, mit der der Autohandel bis Herbst 2003 vom allgemeinen Kartellverbot in der EU ausgenommen ist. Die Autofahrerclubs befürchteten damals, dass eine allzu starke Liberalisierung im Autohandel Verschlechterungen bei Service und Ersatzteilbeschaffung bringen könnte.

ARBÖ skeptisch

Nun sei klar, dass die GVO nicht ersatzlos abgeschafft werde, außerdem habe sich die bisherige Regelung "nicht bewährt", sagte ÖAMTC-Juristin Zelenka mit Hinweis auf europäische Wettbewerbsverfahren etwa gegen VW. Durch den vorliegenden Entwurf, der sich ja noch verändern könne, sei sicher gestellt, dass der Konsument künftig "kaufen, reparieren und servicieren kann, wo er will". Außerdem würden die freien Werkstätten gestärkt.

"Ich sehe nicht, wo die befürchteten Nachteile liegen könnten", meinte Zelenka. "Die Auswahl wird verbessert, außerdem wird es möglich sein, Händler nach qualitativen Kriterien auszuwählen." Dass künftig Ersatzteile "aus dem Hinterhof" in die Autos eingebaut würden, sei auch nicht zu befürchten. Statt der teureren Originalersatzteile würden künftig stärker als bisher qualitativ gleichwertige, billigere Ersatzteile verwendet.

Zurückhaltung herrschte am Mittwoch dagegen beim ARBÖ: Der neue Entwurf laufe auf eine "Europäisierung der Autopreise" hinaus, hieß es in einer Aussendung der Organisation. Für eine genauere Analyse des Papiers sei es freilich noch zu früh. (APA)

Share if you care.