Drei Monate bedingte Haft für oberösterreichische Viehhändler

6. Februar 2002, 13:36
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Sechs kranke Rinder sollen verkauft worden sein

Linz - Am Mittwochmittag endetete beim Landesgericht Linz der Prozess gegen zwei oberösterreichische Viehhändler, denen vorgeworfen worden war, kranke Rinder weiterverkauft und damit den Tatbestand der Verbreitung einer Tierseuche erfüllt zu haben.

Drei Monate bedingte Haft

Jener Viehhändler, der die sechs Rinder weiterverkauft hatte, obwohl er von deren Erkrankung an "BVD" wusste, wurde zu drei Monaten bedingter Haft verurteilt. Außerdem muss er dem niederösterreichischen Landwirt, dem er die kranken Tiere verkaufte, 1.308 Euro (18.000 S) Schadensgutmachung bezahlen. Der Viehhändler nahm das Urteil an, der Staatsanwalt verzichtete auf Rechtsmittel, die Entscheidung ist damit rechtskräftig.

Der zweite Angeklagte - der Chef des involvierten Viehhändlers - wurde freigesprochen. Er hatte beim Prozess beteuert, nicht gewusst zu haben, dass sein Mitarbeiter kranke Tiere weiterverkaufte. In diesem Fall gab der Staatsanwalt keine Erklärung ab, der Freispruch ist daher noch nicht rechtskräftig.

Erkrankung kann leicht auf andere Tiere übertragen werden

Die Erkrankung ist zwar für Menschen ungefährlich, sie kann aber leicht auf andere Tiere übertragen werden und damit in einem Stall großen Schaden anrichten.

Sechs kranke Rinder

Der Prozess hatte im August vergangenen Jahres begonnen, musste dann aber wegen Erkrankung eines Zeugen auf unbestimmte Zeit vertagt werden. Angeklagt waren ein Viehhändler und dessen Chef. Der Viehhändler soll von einem Bauern sechs Rinder gekauft haben, die an "BVD" erkrankt waren. BVD verursacht bei Rindern "Schnupfen" und Durchfall, vor allem in Zuchtbetrieben ist das Auftreten dieser Erkrankung ein Problem. BVD ist leicht übertragbar, ein ganzer Stall kann rasch befallen werden, erläuterte am Mittwoch ein Veterinärmediziner vor Gericht.

Tiere hätten geschlachtet werden müssen

Der Viehhändler hätte - so die Anklage - die sechs kranken Rinder entweder der Schlachtung zuführen müssen oder sie nur an einen Bauern verkaufen dürfen, der die Tiere in "Quarantäne" hält. Tatsächlich aber seien die BVD-Rinder an weitere Händler verkauft worden und schließlich bei einem Bauern in Niederösterreich gelandet. Diesem sei nicht gesagt worden, dass die Tiere krank waren, in der Folge habe sich die Seuche im Stall des niederösterreichischen Bauern ausgebreitet.

Der angeklagte Viehhändler beteuerte vor Gericht, er sei unschuldig, weil er nicht gewusst habe, dass die BVD-kranken Rinder nur unter strengen Auflagen weiterverkauft werden dürfen. Im übrigen habe er dem Käufer gesagt, dass die Tiere krank waren. Was der betroffene niederösterreichische Landwirt bestritt. (APA)

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