"Produzenten" Ecclestone und Kirch unter Druck

6. Februar 2002, 13:46
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Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo: "Nach 2007 sind wir alle frei"

Stuttgart - Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hat bekräftigt, dass die in der Formel 1 engagierten Automobilwerke ab 2008 eine eigene Serie starten wollen. Der italienische Top-Manager verglich in einem Interview mit der Zeitung "Die Welt" Teams und Hersteller mit Schauspielern, die mit einem Produzenten unter einem bis 2007 geltenden Vertrag stünden. "Das heißt, wir dürfen nur Filme mit diesem Produzenten machen. Aber danach sind wir alle frei", erklärte di Montezemolo.

"Wir wollen künftig 100 Prozent"

Die Hersteller würden nicht einsehen, dass "wir weiter so viel Geld und Mitbestimmung wie bisher für einen Produzenten aufbringen, der nichts mit uns zu tun hat", betonte di Montezemolo. Er wolle mehr Geld. Das sei "lebenswichtig für Teams und Hersteller". Derzeit erhielten diese weniger als 50 Prozent des Gesamtumsatzes. "Wir wollen künftig 100 Prozent", forderte er.

Einigung bezüglich einer neuen Serie

Die Hersteller liegen mit Formel 1-Chef Bernie Ecclestone und dem Münchner Medienkonzern Kirch, dem Mehrheits-Eigentümer an den Fernseh- und Vermarktungsrechten, seit Monaten im Clinch über die Zukunft des Grand-Prix-Sports. BMW, DaimlerChrysler, Fiat, Ford und Renault haben sich darauf geeinigt, nach dem Ende des so genannten Concorde-Agreements 2007 eine eigene Serie zu organisieren.

Di Montezemolo bezeichnete die Hersteller gegenüber der Zeitung als "unerlässlich" für die moderne Formel 1. Diese brauche "die Motoren und die sind extrem teuer geworden", sagte er. Er sehe nicht die Gefahr, dass die Formel 1 von den Automobilwerken abhängig werde. (APA/dpa)

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