tele.ring will bis Ende 2002 über Option auf UMTS-Lizenz entscheiden

6. Februar 2002, 13:14
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Hofkirchner hofft auf mehr Kooperationsmöglichkeiten bei UMTS-Netzaufbau durch Telekom-Novelle

Während andere UMTS-Betreiber in Österreich bereits emsig den Aufbau der Netze für die dritte Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) planen, hat der vierte österreichische Handynetzbetreiber tele.ring noch immer keine Entscheidung über die Nutzung der Option auf die UMTS-Lizenz der Mannesmann 3G Mobilfunk GmbH getroffen. "Es besteht derzeit kein Handlungsbedarf, die Option läuft erst Ende 2002 aus", sagte tele.ring-Geschäftsführer Hubertus Hofkirchner.

Option bis Ende 2002

tele.ring wolle zuvor abwarten, was die für Herbst 2002 erwartete Telekom-Novelle zum Telekomgesetz hinsichtlich möglicher UMTS-Kooperationen bringe, erläuterte Hofkirchner. tele.ring hatte im November 2000 selbst keine UMTS-Lizenz ersteigert. Allerdings hat tele.ring bis Ende 2002 eine Option auf die österreichische UMTS-Lizenz der damaligen Schwester Mannesmann 3G Mobilfunk. Im Mai 2002 wurde tele.ring von Vodafone/Mannesmann an den US-Telekombetreiber Western Wireless International verkauft.

Hoffen auf gemeinsame Nutzung

Von der Telekom-Novelle erhoffe sich tele.ring konkret die Möglichkeit der gemeinsamen Nutzung von UMTS-Frequenzen (sogenanntes Frequency Pooling), das derzeit vom Telekomgesetz nicht erlaubt sei und vor allem in ländlichen Gebiete Kosteneinsparungen bringen würde, betonte Hofkirchner. Von mehreren UMTS-Betreibern würde der Aufbau von nur einem UMTS-Netz im ländlichen Raum angestrebt, das mehrere UMTS-Betreiber nützen können. Dass UMTS-Lizenzinhaber bis Ende 2003 rund 25 Prozent der Bevölkerung mit UMTS versorgen müssen, bereitet tele.ring hingegen kein Kopfzerbrechen: "Auch wenn wir erst Ende 2002 über die Option auf die UMTS-Lizenz entscheiden, schaffen wird diese Vorgabe. Wir können unser Netz binnen 1 bis 3 Monaten UMTS-fit machen", so Hofkirchner.

Bis Mitte 2003 positiv

tele.ring schreibt derzeit rote Zahlen und will spätestens im zweiten Quartal 2003 ein positives Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) und einen positiven Cash Flow erreichen, kündigte Hofkirchner an. Der Mobilfunk-, Festnetz- und Internetbetreiber hat die Kundenzahl im Jahr 2001 um 62 Prozent auf 479.000 Kunden gesteigert. Davon waren 273.000 Mobilfunkkunden, 173.000 Festnetzkunden und 55.000 Internetkunden.

Festnetzgeschäft wieder ankurbeln

Heuer wolle tele.ring das unter Vodafone zuletzt vernachlässigte Festnetzgeschäft wieder ankurbeln, im Internetbereich wolle tele.ring im zweiten Quartal 2002 mit neuen Breitbandprodukten auf den Markt kommen, kündigte Hofkirchner an. Im Festnetzbereich schreibe tele.ring bereits ein "sehr solides positives EBITDA". Im Mobilfunkbereich strebe tele.ring heuer 5 Prozent Marktanteil und in 5 bis 7 Jahren 10 Prozent Marktanteil an, prognostizierte Hofkirchner.

tele.ring beschäftigt nach einem Abbau von 95 Mitarbeitern im Vorjahr derzeit rund 700 Mitarbeiter.(APA)

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