Wiener SPÖ hätte laut IFES absolute Mehrheit

6. Februar 2002, 11:50
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"Falter": SPÖ 52 Prozent, FPÖ 16 Prozent, Grüne 15 Prozent, ÖVP 14 Prozent

Wien - Die im Wiener Rathaus absolut regierende SPÖ hat laut IFES-Institut noch weiter in der Wählergunst zugelegt. Laut einer in der aktuellen Ausgabe des "Falter" veröffentlichten Umfrage - sie wurde im vergangenen Dezember im Auftrag der Wiener SP durchgeführt - liegt die Zustimmung der Wiener zu den Sozialdemokraten derzeit bei einer absoluten Mehrheit von 52 Prozent.

Bei der Gemeinderatswahl am 25. März des Vorjahres konnte die SPÖ 46,91 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Der Stimmanteil reichte aus, um 52 der 100 Rathaus-Mandate zu erringen.

Weiterer Gewinner sind laut IFES-Umfrage die Grünen: Sie kommen auf 15 Prozent Zustimmung (Wien-Wahl 2001: 12,55 Prozent) und haben damit die ÖVP in der Wählergunst überholt. Die Wiener VP nimmt mit 14 Prozent (2001: 16,39 Prozent) den letzten Platz ein. Stark verloren hat die FPÖ, mit 16 Prozent (2001: 20,16 Prozent) hat sie ihren zweiten Rang aber verteidigt.

IFES-Meinungsforscherin Imma Palme bezeichnete die Umfrage (1.000 befragte Wiener über 18 Jahren, Schwankungsbreite plus/minus drei Prozent) am Mittwoch gegenüber der APA zwar als "Momentaufnahme". Klar sei allerdings, dass die enorme Zustimmung zur SPÖ vom Wahltag noch weiter gestiegen sei. "Offenkundig herrscht eine hohe Zufriedenheit mit den Infrastrukturmaßnahmen, der Stadtverwaltung und der Person des Bürgermeisters", sagte Palme.

"Die Wiener Politik wird als Gegenpol zur Bundespolitik verstanden", so die Interpretation der Meinungsforscherin. Das Vorgehen der Stadtregierung werde als berechenbar und verlässlich wahrgenommen: "Was im Bund geschieht, wird dagegen oft als bedrohlich empfunden."

Berücksichtigen müsse man aber auch die soziodemographische Situation in der Bundeshauptstadt. Nigendwo sonst gebe es so viele gut ausgebildete und berufstätige Menschen. Außerdem sei in Wien der Anteil gut gebildeter Frauen höher als jener männlicher Arbeiter, was laut Palme zu einer höheren Ablehnung der schwarz-blauen Bundesregierung führt. (APA)

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