Kenia sieht seinen Großwildbestand bedroht

6. Februar 2002, 11:22
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In den Nationalparks im Süden des Landes - Jagen jenseits der Grenze legal

Nairobi - Kenianische Tierschützer sehen den Großwildbestand in den Nationalparks im Süden des Landes durch Jäger bedroht. Unmittelbar hinter der tansanischen Grenze wird - fast wie zu kolonialen Zeiten, als Safari-Teilnehmer nicht mit Kameras, sondern mit Elefantenbüchsen unterwegs waren - frisch fröhlich Jagd auf die grauen Riesen, Löwen, Leoparden und Büffel gemacht. Nach Angaben der kenianischen Wochenzeitung "The East African" sind es vor allem reiche Jäger aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, die sich das Vergnügen leisten. Profit daraus ziehe der tansanische Staat, der die Abschussgenehmigungen vergebe.

4.000 US-Dollar (4.627 Euro/63.676 S) kostet demnach der Abschuss eines Elefanten, für die Hälfte ist ein Löwe oder ein Leopard zu "haben". 1.600 Dollar (1.851 Euro/25.470 S) pro Tag und Schützen sind aber allein schon für den "Eintritt" in die Jagdgründe zu berappen. Die kenianischen Tierschützer sind nicht zuletzt deshalb empört, da die Großwildjagd dort seit 1977 untersagt ist. Die betroffenen Regionen sind der Amboseli- und der Massai Mara-Nationalpark, beides Touristenmagneten, die einen Gutteil zu den jährlichen Einnahmen aus dem Fremdenverkehr von 256 Millionen US-Dollar (296 Mill. Euro/4,08 Mrd. S) beitragen.

Bis zu 80 Prozent der Wildtierarten könnten in den geschützten Gebieten durch das durch die tansanische Regierung lizensierte Jagen verloren gehen, fürchten die Umweltschützer. Nach Angaben tansanischer Tierschützer findet das legale Töten seit zehn Jahren statt, hauptsächlich entlang der Wanderrouten im Serengeti- zum angrenzenden Massai Mara-Nationalpark.

In Kenia hat jüngst erst der Fall eines jungen Massai Aufsehen erregt, der einen Löwen mit seinem Speer getötet hatte und dabei selbst schwerst verletzt wurde. Das Tier hatte den Viehbestand seines Vaters angreifen wollen. Nach der Tradition seines Volkes ist das Töten eines Löwen das Zeichen größten Mutes. Offiziell ist es aber im Nationalpark verboten. Medienberichten zufolgte muss der junge Mann nun mit einem Gerichtsverfahren rechnen. (APA)

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