Verdacht auf Pferdeseuche in Oberösterreich

6. Februar 2002, 14:59
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Reitturniere zur Vorsicht abgesagt - Für Menschen ungefährlich

Linz (APA) - Der in Oberösterreich aufgetauchte Verdacht, dass ein Fall von Pferdeseuche - eine Herpes-Virusinfektion - aufgetreten ist, blieb vorerst unbestätigt. Ein endgültiger Befund, den der zuständige Amtstierarzt der Bezirkshauptmannschaft Wels-Land, Georg Händlhuber, für Mittwoch erwartet hatte, hat sich wegen weiterer Tests verzögert. Er soll in einigen Tagen vorliegen.

Herpes-Virusinfektion

Die Symptome in einem Reiterhof im Bezirk Wels-Land deuten auf eine Herpes-Virusinfektion hin, die für Pferde, nicht aber Menschen gefährlich ist. Eines der 25 am Hof eingestellten Tiere musste getötet werden, weil es wegen starker Lähmungen an einer Hinterhand nicht mehr lebensfähig war. Sieben weitere Pferde haben Fieber. Die anderen sind wegen ihres materiellen oder ideellen Wertes bereits früher von ihrem Besitzer vorsorglich geimpft worden. Die Impfung muss allerdings zwei Mal pro Jahr durchgeführt werden, der Impfstoff allein kostet jeweils zumindest rund 43,6 Euro (600 Schilling).

Hohes Fieber

Die Herpes-Viren verursachen hohes Fieber und können bei Stuten Fehlgeburten auslösen. Auch neurologische Auswirkungen sind bekannt: Stolpern und Schwanken sind die Folge. Die Krankheit - sie ist nicht meldepflichtig - wird am häufigsten durch Tröpfchen von Nase zu Nase übertragen.

Herpesviren in Verdacht aber noch nicht bestätigt

Ob bei den jüngsten Erkrankungen tatsächlich Herpesviren im Spiel sind, ist bis zum Vorliegen des endgültigen Befundes ungeklärt. Die fiebernden Tiere könnten auch Opfer einer nicht unüblichen Pferdegrippe sein. Der Tierarzt empfahl allerdings, sich vorerst vorsichtshalber so zu verhalten, als ob der Befund positiv wäre. Dazu gehört neben der Impfung peinliche Hygiene - also eine gründliche Reinigung von Körper und Kleidung, insbesondere bei Reitlehrern und Tierärzten, die auf mehreren Höfen tätig sind.

Amtliche Sperre wurde keine verfügt, aber mehrere Pferdebesitzer haben aus Sorge um ihre Tiere ihre Höfe von sich aus abgeschottet. Das Pferdezentrum in Stadl-Paura im selben Bezirk hat auf freiwilliger Basis bis auf weiteres seinen Betrieb eingeschränkt. Zwei Turniere wurden in diesem Zusammenhang abgesagt.(APA)

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