Skandal um Invest-Gesellschaften beschäftigt slowakisches Parlament

6. Februar 2002, 06:50
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Dzurinda spricht in Zusammenhang mit Horizont und BMG von "Minen" aus der Meciar-Ära

Preßburg - Das slowakische Parlament hat am Dienstag vorwiegend mit den Stimmen der Opposition Premierminister Mikulas Dzurinda aufgefordert, am Freitag einen Bericht über den jüngsten Finanzskandal vorzulegen. Insbesondere soll Dzurinda über die Situation der Investitionsgesellschaften Horizont Slovakia und BMG Invest Auskunft geben. Mehr als 150.000 Kunden haben über 4 Milliarden Kronen (94,2 Mill. Euro/1,296 Mrd. S) bei diesen Gesellschaften angelegt. Am Montag stellten Horizont Slovakia und BMG Invest vorerst ihre Tätigkeit ein.

Dzurinda sprach von "Pseudoinvestitionsgesellschaften" und von "Minen", die noch unter der früheren Regierung des umstrittenen Ministerpräsident Vladimir Meciar gelegt worden seien. Die jetzige Koalitionsregierung hatte im Vorjahr auch eine Medienkampagne gestartet, mit der sie die Öffentlichkeit über die Risiken von Anlagen in diesen Gesellschaften informiert hatte.

Wirtschaftsminister Lubomir Harach gab zu, dass die Pleite von Horizont Slovakia und BMG Invest schwerwiegende politische Konsequenzen haben könnte. "Ich kann mir vorstellen, dass wegen dieser Causa die Regierung stürzt", meinte er. Frantisek Miklosko, Klubobmann der Christdemokraten (KDH), erklärte dagegen, der Fall hänge nicht mit der Tätigkeit der Regierung zusammen. (APA)

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