Inkassobüro-Chef soll eingetriebene Schulden selbst ausgegeben haben

6. Februar 2002, 10:59
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Schaden beträgt eine halbe Million Euro

Wien - Rund 9.000 Kunden hatte ein Inkassobüro im Bezirk Lilienfeld mit einer Filiale in Graz seit 1985. Der Chef, der 53-jährige Alois A. ohne festen Wohnsitz, und seine Frau werden verdächtigt, seit etwa zehn Jahren die eingetriebenen Schulden selbst ausgegeben und nicht den Auftraggebern ausgehändigt zu haben. Das teilte die NÖ-Sicherheitsdirektion am Dienstagabend mit. Der Schaden soll mehr als eine halbe Million Euro (6,88 Mill. S) betragen.

Die Gesellschaft, die vier Bürokräfte und zwei Außendienstmitarbeiter beschäftigte, hat von etwa 35.000 Schuldnern Forderungen einkassiert. Das Ehepaar A. wird verdächtigt, die Gelder zur Finanzierung des eigenen Lebensunterhalts verwendet zu haben. Geschädigte sind Banken und Betriebe in Niederösterreich und in der Steiermark.

Der 53-Jährige soll den Ermittlungen zufolge außerdem in Wien einer Pensionistin Darlehen in der Höhe von 7.270 Euro (100.000 Schilling) herausgelockt haben. Einem weiteren Opfer hat er laut Exekutive vermutlich Schmuck und Bargeld in der Höhe von 10.900 Euro (150.000 S) gestohlen.

Die Beamten der Kriminalabteilung Außenstelle St. Pölten führten von August 2000 bis November 2001 umfangreiche Erhebungen durch. Schließlich wurde das Paar angezeigt und Haftbefehl erlassen. Für Alois A. klickten heute, Dienstag, in Wien schließlich die Handschellen. (APA)

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