Warnspruch "Don't drink and drive" eher kontraproduktiv

5. Februar 2002, 21:21
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US-Forscher: Verleitet zu noch stärkerem Alkoholgenuss

Gainesville/Florida - Warnsprüche wie "Don´t drink and drive" zeigen nach Ansicht von US-Forschern die entgegengesetzte Wirkung: sie verleiten zu noch stärkerem Alkoholgenuss. Die Forscher der Universität von Arkansas haben ihre Erkenntnisse in der jüngsten Ausgabe des Fachblatts "Journal of Public Policy and Marketing" veröffentlicht.

Das Forscher-Team um Scot Burton und Elizabeth Creyer untersuchte studentische "Binge Drinkers", die mindestens fünf Getränke pro Kneipengang zu sich nehmen. Für diese "Kampftrinker" waren die Mahnungen und Warnsprüche eher der Anreiz noch mehr zu trinken. Die mahnenden Worte dienen eher dazu, die Weste der Wirte und Getränkehersteller weiß zu waschen, meinen die Wissenschaftler.

Gründe für die Warnungen sind die beruhigende Wirkung der sorgenvollen Texte. Sie gaukeln den Alkoholfreunden vor, dass der Wirt um ihr Wohlergehen besorgt sei, so die Wissenschaftler. Aus diesem Grund steige die Konsumierung von alkoholischen Getränken sogar noch. Auch fernab der Bar entfalten Warnungen vor Alkohol am Steuer ihre unselige Wirkung, indem sie Studenten die Werbung für besonders günstige Getränke und Happy Hours in Erinnerung bringen, so die Forscher. "Die gutgemeinten Sprüche führen hingegegen zu einem Boomerang-Effekt", so Jennifer Christie, Mitglied des Forscherteams. Die Mahnung zur Verantwortung habe dazu geführt, dass "Binge-Drinker" das Risiko eines Unfalls bei einer Alkoholfahrt noch geringer einschätzten als sonst.

Die Forscher meinen, dass das Trinkverhalten nur zielgruppenorientiert beeinflussbar sei. (pte)

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