Afghanistan: Ex-Ministerpräsident Hekmatyar droht Schutztruppe

5. Februar 2002, 18:49
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Lieber Krieg als ausländische Besatzung

Teheran - Der im iranischen Exil lebende afghanische Ex-Ministerpräsident Gulbuddin Hekmatjar hat damit gedroht, mit eigenen bewaffneten Einheiten die internationale Schutztruppe aus Afghanistan zu vertreiben. Hekmatyar sagte am Dienstag in Teheran, er ziehe die Verwicklung in einen internen Krieg in Afghanistan einer ausländischen Besetzung vor. "Solange ausländische Truppen dort sind, hat die Übergangsregierung weder Wert noch Bedeutung", sagte Hekmatyar.

"Ich habe eine Menge organisierter Einheiten", fügte Hekmatyar hinzu. "Sie haben Waffen und ich stehe in Kontakt zu ihnen." Er und seine Gefolgsleute seien gegen die Taliban gewesen und würden auch die jetzige Regierung nicht unterstützen. Dennoch sei er für ein Ende des Krieges, aber nicht um den Preis einer ausländischen Besatzung.

In der afghanischen Hauptstadt Kabul und in der näheren Umgebung soll derzeit die internationale Schutztruppe ISAF für Sicherheit sorgen. Die Schutztruppe hat ein Mandat für sechs Monate.

Hekmatyar war 1996 von den mittlerweile gestürzten radikal-islamischen Taliban ins iranische Exil getrieben worden. Er gehört der afghanischen Bevölkerungsgruppe, den Paschtunen, an. Hekmatyar ist in der Bevölkerung Kabuls verhasst, da seine Verbände in den Bürgerkriegswirren Anfang der 90er Jahre an der weitgehenden Zerstörung der Hauptstadt beteiligt waren. (APA/Reuters)

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