Forstgesetz wird durchforstet

5. Februar 2002, 18:49
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Landwirtschaftsminister Molterer sieht zwei Millionen Euro jährlich als Einsparungsziel

Wien - Umweltminister Wilhelm Molterer hat das Forstgesetz von 1975 gründlich durchforstet. Herausgekommen ist dabei eine Novelle, die neben Bürokratieabbau auch Einsparungen im Personal-und Sachbereich von zwei Millionen Euro (27,5 Mio. S) pro Jahr bringen soll.

Das alte Forstgesetz, das primär von der Notwendigkeit ausging, den Wald quantitativ zu vermehren, sei in einigen Bereichen nicht mehr zeitgemäß gewesen. Vor 20 Jahren betrug die Waldfläche in Österreich 44 Prozent des Bundesgebietes, heute sind es mehr als 47 Prozent. "In einigen Regionen droht sogar die Verwaldung", sagte Molterer. Daher sei in der Novelle die Nachhaltigkeit mit einem eigenen Paragrafen verankert.

Weniger Bürokratie

Den strengen Normen des Forstgesetzes könne auch mit weniger Bürokratie und einer Stärkung der Eigenverantwortung der Waldbesitzer Rechnung getragen werden, meinte der Minister. Daher sehe die Novelle unter anderem Vereinfachungen bei der Wieder-und Neubewaldung vor.

Die Rodung von Kleinstflächen (bis 500 m²) im Privatinteresse ist künftig trotz Kritik von Umweltschützern nicht mehr bewilligungspflichtig. Die Anzeigepflicht bleibt jedoch bestehen. Bei öffentlichem Interesse hat damit die Behörde weiterhin die Möglichkeit, innerhalb von sechs Wochen die Rodung zu untersagen. "Damit muss die Bürokratie nicht automatisch einschreiten, bei Bedarf kann sie das aber", so Molterer. (zwi, DER STANDARD, Printausgabe 6.2.2002)

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