Sri Lanka: Einsatz von Kindersoldaten gefährdet Friedensprozess

5. Februar 2002, 18:18
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Präsidentin Kumaratunga erneuert Vorwürfe gegen Rebellen

Colombo - Der Einsatz von Kindersoldaten gefährdet nach den Worten von Sri Lankas Präsidentin Chandrika Kumaratunga den Friedensprozess. Die Hoffnung auf ein Ende des beinahe zwanzig Jahre währenden Bürgerkrieges zwischen der nationalen Armee und den tamilischen Separatisten sei bedroht, sagte Kumaratunga am Dienstag. Die Armee der Separatisten-Organisation Tamilen Tiger von Tamil Ealam (LTTE) setze Kindersoldaten ein, hieß es in einer Erklärung des Präsidentenbüros. Die Separatisten äußerten sich bisher zu den Vorwürfen nicht, hatten aber in der Vergangenheit gesagt, alle ihre Soldaten seien Freiwillige und älter als 15 Jahre.

Die Regierung und Menschenrechtsgruppen hatten der LTTE wiederholt vorgeworfen, Kindersoldaten in ihrem Kampf für einen unabhängigen Tamilen-Staat im Norden und Osten der Insel einzusetzen. Erst kürzlich sagte ein Mitarbeiter des Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) der lokalen Zeitung "Sunday Times", es werde von den Rebellen psychologischer Druck ausgeübt, um die Teilnahme an der Armee zu erzwingen. Außerdem seien einige Fälle von Entführung bekannt.

In dem Konflikt, der 1983 begann, starben nach offiziellen Angaben rund 64.000 Menschen. Der im Dezember gewählte Ministerpräsident Ranil Wickremesinghe hatte angekündigt, den Krieg mit Hilfe norwegischer Vermittlung zu beenden. Wickremesinghe leitete zudem nach seiner Wahl einen Waffenstillstand ein, der nun bis zum 24. Februar ausgeweitet ist. (APA/Reuters)

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    Präsidentin Chandrika Kumaratunga

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