Mubarak: Palästinenser haben Chancen für Frieden "alle nicht genutzt"

6. Februar 2002, 14:33
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Ägyptens Präsident gibt Israel Hauptschuld an Gewalteskalation

Kairo - Die Palästinenser haben nach Ansicht des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak bereits zu viele Chancen für eine Friedenslösung vertan. "Es gab wirkliche Gelegenheiten, den Konflikt zu lösen, doch sie sind alle nicht genutzt worden", sagte der Staatschef am Dienstag in Kairo. Vor allem zur Zeit als Yitzhak Rabin Ministerpräsident von Israel war, wäre eine Einigung möglich gewesen, meinte Mubarak.

In den Jahren 1948, 1956 and 1967 seien mehrere Vorschläge gemacht worden, die alle abgelehnt worden sein, fügte er hinzu. Auch während der ägyptisch-israelischen Friedensverhandlungen in Camp David wäre eine Lösung für die Palästinenser möglich gewesen. "Damals gab es erst 18 israelische Siedlungen", betonte Mubarak.

Die Palästinenser hätten darauf bestanden, dass Rabin die jüdischen Siedlungen aufgeben solle, kritisierte Mubarak. Dabei habe ihnen Rabin versichert, dass sich das Problem von selbst lösen werde, da die Siedler nicht mitten in einem palästinensischen Gebiet leben wollten. "Dies war eine Gelegenheit, die verpasst wurde, so wie andere Gelegenheiten", sagte der ägyptische Präsident.

Trotz seiner ungewöhnlich harten Kritik an der Palästinenserführung gab Mubarak Israel die Hauptschuld an der derzeitigen Eskalation der Gewalt. Die israelische Blockade (der Palästinensergebiete) habe die Palästinenser verzweifeln lassen. (APA/dpa)

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