USA wollen "Freunde am Golf" konsultieren

6. Februar 2002, 06:14
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Militärbasen in Saudiarabien gelten als entscheidend für erfolgreichen Einsatz gegen Irak - Kritik an USA in Deutschland

Riad/Berlin - Die USA wollen vor einem Angriff auf den Irak ihre "Freunde am Golf" konsultieren. "Bis jetzt haben wir das noch nicht getan, weil es noch keinen Anlass dafür gab", sagte ein US-Regierungsvertreter am Dienstag bei einem Besuch in der saudiarabischen Hauptstadt Riad. Saudiarabien ist ein enger Verbündeter der USA. Washington hat in der Golfregion rund 25.000 Soldaten stationiert, davon allein fünf- bis sechstausend auf dem Stützpunkt Prinz Sultan in Saudiarabien. Diese Basis gilt als entscheidend für einen erfolgreichen Einsatz gegen den Irak.

Der saudische Diplomat Turki El Faisal hatte in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Fernsehsenders NBC gesagt, sein Land habe Washington seit dem Ende des Golfkriegs (1991) zur Unterstützung subversiver Aktionen innerhalb Iraks gedrängt. "Ich denke, ein Wandel im Irak und der Sturz Saddam Husseins müssen von innen kommen", sagte er. Die USA sollten dies nicht von außen versuchen, da sie so die Menschen gegen sich aufbringen würden.

Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hat die amerikanische Ankündigung einer Ausweitung des Antiterror-Kriegs auf den Irak in Berlin scharf kritisiert und forderte die Europäer zu Widerspruch auf. Es sei "töricht", Angriffsszenarien öffentlich zu diskutieren. Dies würde im Nahen Osten die Gemäßigten schwächen und die Radikalen stärken. Auch der Koordinator für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit im deutschen Außenministerium, Karsten Voigt, sagte im Westdeutschen Rundfunk, bei einem US-Angriff auf den Irak könnten sich Differenzen zu den Europäern auftun. (APA/AP)

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