EU lässt sich von US-Drohungen nicht von Iran-Gesprächen abhalten

5. Februar 2002, 17:05
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Teheran warnt Washington erneut vor Militärschlägen

Madrid/Teheran - Die Europäische Union will sich von den Drohungen der USA gegen Iran nicht von Gesprächen mit Teheran abhalten lassen. Wie der spanische Außenminister und EU-Ratspräsident Josep Pique am Dienstag in Madrid mitteilte, will die EU in Treffen mit iranischen Regierungsvertretern prüfen, ob sie offizielle Verhandlungen mit Teheran über ein Kooperationsabkommen aufnehmen solle. In dieser Woche habe es zwei Sondierungstreffen von EU-Delegationen mit dem stellvertretenden iranischen Außenminister Ali Ahani gegeben.

Ob die EU formelle Kooperationsverhandlungen mit Iran aufnehme werde, hänge unter anderem davon ab, welche Haltung Teheran im internationalen Kampf gegen den Terrorismus einnehme und ob es einen Prozess der Reformen einleite, sagte der EU-Ratspräsident. US-Präsident George W. Bush hatte Iran als ein weiteres mögliches Ziel im weltweiten Krieg gegen den Terror bezeichnet. Dazu meinte Pique, die EU respektiere die Position Washingtons. Sie halte es aber für angemessen, mit wirtschaftlichen Mitteln Reformen in Iran zu fördern.

Der Iran warnte unterdessen die USA vor Militärschlägen. "Iran ist weder Afghanistan noch der Irak. Die USA müssten wissen, dass unserer politischer und militärischer Status gänzlich anders ist", sagte Verteidigungsminister Ali Shamkhani in Teheran dem Nachrichtensender Khabar. "Wir werden entschlossen unsere Unabhängigkeit und territoriale Unantastbarkeit verteidigen." Die iranische Armeeführung bekräftigte, auf einen möglichen US-Schlag vorbereitet zu sein. (APA/dpa)

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