Blaue Chefin für die Gleichbehandlung

5. Februar 2002, 17:31
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Kärntnerin Alice Karrer-Brunner beschnupperte die Kommission

Wien - Erste Kontaktaufnahme und Beschnuppern war am Dienstag angesagt: Die Mitarbeiterinnen der Gleichbehandlungsstelle trafen ihre neue Chefin - Alice Karrer-Brunner ist die neue Vorsitzende der Gleichbehandlungskommission.

Die 39-jährige Kärntner Juristin, die seit April 1997 für die FPÖ im Klagenfurter Gemeinderat saß, seit September 2000 (unter Elisabeth Sickl) dem Kabinett der Sozialministerin angehörte und seit Jahresanfang Vertragsbedienstete im Sozialministerium ist, wurde nun von Sozial- und Frauenminister Herbert Haupt (FPÖ) zur Vorsitzenden der Kommission für die Privatwirtschaft bestellt.

Davor war die Arbeit der Gleichbehandlungskommission monatelang auf Eis gelegt gewesen: Ende Mai 2001 hatte die letzte Sitzung der Kommission stattgefunden, danach gab es - weil die bisherige Vorsitzende, Petra Smutny, ihren Vorsitz zurückgelegt hatte - keine Sitzung mehr, die Fälle blieben unerledigt liegen. Ohne Vorsitzende keine Sitzung, ohne Sitzung keine Entscheidung. Haupt hatte sich mit der Bestellung Zeit gelassen - und ein Anhörungsverfahren versprochen.

Die „Anhörung“

Das schaute so aus: Den Sozialpartnern flatterte Anfang Jänner 2002 ein Brief mit dem Lebenslauf Karrer-Brunners und der Bitte um allfällige Stellungnahme ins Haus. Entsprechend kühl fiel etwa die Stellungnahme der ÖGB-Frauenvorsitzenden, Renate Csörgits, aus: Sie könne mangels persönlichen Anhörungsverfahrens nicht beurteilen, ob Frau Karrer-Brunner qualifiziert sei. Und: „Wir bedauern, dass lediglich eine Kandidatin von Ihrer Seite genannt wurde und dadurch die Möglichkeit eines Hearings zur Prüfung der Qualifikation der Bewerberinnen nicht gegeben war.“

Der Brief langte Ende Jänner ein. Per 1.Februar wurde Karrer-Brunner bestellt. Sie übt, darauf ist Haupt stolz, im Gegensatz zu früheren Kommissionsvorsitzenden ihr Amt nicht ehrenamtlich aus, sondern hauptamtlich. Und wurde daher von ihrem Job der Vertragsbediensteten im Sozialministerium karenziert. (DER STANDARD vom 6.2.2002)

von Eva Linsinger
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