Gute Einstiegschancen an den Börsen

5. Februar 2002, 16:42
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Erste Sparinvest zeichnet für das Aktienjahr 2002 ein "verhalten optimistisches Szenario"

Wien - Der Februar oder der März dieses Jahres könnten sich laut Expertenmeinung als gute Einstiegszeitpunkte für die internationalen Aktienmärkte erweisen. "Es gibt nur vier, fünf Chancen pro Jahr, die ein günstiges Ertrags-Risiko-Profil bieten", sagte der Vorstand der Erste Bank-Fondsgesellschaft Sparinvest, Franz Gschiegl, am Dienstag. Denn alle verkaufswilligen Investoren seien bereits während der Baisse ausgestiegen, zur Zeit seien nur noch Langfristanleger "drinnen", die regelmäßig Mittelzuflüsse investierten. Verkäufe sieht Gschiegl derzeit nur von Investoren, die Gewinne des jüngsten Anstiegs glattstellen wollten.

"Verhalten optimistisches Szenario"

Unterm Strich zeichnet Gschiegl für das Aktienjahr 2002 ein "verhalten optimistisches Szenario", weshalb Schwächephasen für den Positionsaufbau genutzt werden sollten. Im Anschluss an die Rally im vierten Quartal erfolge nun eine "Neuorientierung der Anleger", die mittel- bis langfristigen Aussichten seien aber nach wie vor positiv. Allerdings sieht der Börsenexperte nur eine zaghafte Erholung auf die milde Rezession folgen, denn die nötigen Impulse für eine starke Konjunkturbelebung sind für ihn zur Zeit nicht in Sicht.

"Portfolioscreening"

Für das "Leben nach der Baisse" empfiehlt Gschiegl allen Börsianern, zuerst ein "Portfolioscreening" durchzuführen. Denn werden unter Berücksichtigung von Risikoprofil, Anlagedauer und möglicher Mittelzu- oder Abflüsse neue Startportfolios zusammengestellt, offenbarten sich oftmals massive Diskrepanzen zum vorhandenen Depot. Allerdings warnte der Börsenexperte vor einem "Nachoptimieren", bei dem man sein Portfolio so ausrichtet, wie es in den vergangenen sechs bis zwölf Monaten erfolgreich gewesen wäre.

Potenzial in Japan

Ganz im Gegenteil ortet Gschiegl beispielsweise am zuletzt arg gebeutelten japanischen Aktienmarkt besonderes Potenzial. Denn zur Zeit seien "alle nur denkbaren negativen Faktoren" im Kursniveau enthalten, weshalb man die Tokioter Börse im Jahresverlauf im Auge behalten sollte. Bei einem Anspringen der japanischen Konjunktur könnte die "massive Untergewichtung in den weltweiten Portfolios" die Fondsmanager dazu zwingen, den Tokioter Aktienmarkt höher zu gewichten und die Positionen deutlich aufzustocken.

Exitstrategie

Generell sollte man sich bei jedem Positionsaufbau auch eine Exitstrategie zurechtlegen, falls sich die Anlageentscheidung als falsch herausstelle, so Gschiegl. Schließlich begingen die Anleger die meisten Fehler beim Verkauf. Es mache keinen Sinn, gute Aktien mit etwas Gewinn wieder zu veräußern, gleichzeitig aber auf etlichen "toten Hunden" sitzen zu bleiben. Abhängig davon, wie viel Verlust man im Extremfall zu tragen bereit ist, empfiehlt Gschiegl daher grundsätzlich den Einsatz eines "Stopp Loss-Filters". (APA)

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