Internet-Datenbank identifiziert Bakterienstämme

6. Februar 2002, 15:44
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PathogenTracker soll Lebensmittelvergiftungen im Zaum halten

Ithaka - Forscher der Cornell University haben eine Internet-Datenbank entwickelt, die innerhalb von Minuten Bakterienstämme identifiziert. Die webbasierte Datenbank namens PathogenTracker enthält die genetischen Fingerabdrücke der Lebensmittel-Pathogene und statistische Informationen wie z.B. den erstmaligen Isolationsort des Bakteriums, berichtet. Mit Hilfe der Datenbank sollen Mitarbeiter im öffentlichen Gesundheitswesen kontaminierte Lebensmittel schneller vom Markt nehmen können.

Da jeder Bakterienstamm einen eigenen genetischen Fingerabdruck besitzt, können Privatlabors ihre eigenen Proben mit jenen der Datenbank vergleichen. Derzeit enthält die Datenbank Infos über tausende Stämme von sechs verschiedenen Bakterienspezies. Die Stärke des PathogenTrackers liegt laut der Arbeitsgruppe um Martin Wiedmann darin, dass Labors auf der ganzen Welt Daten von neu isolierten Bakterienstämmen einreichen können. "Die Datenbank wird ständig aktualisiert und modifiziert", so Wiedmann. Im Moment enthält PathogenTracker z.B. 3.660 Einzelproben von Listeria monozytogenes. Das tödliche Bakterium ist häufig in Fertignahrung wie Hotdogs zu finden.

PathogenTracker soll die 1998 vom US Center for Disease Control and Prevention (CDC) installierte Datenbank PulseNet ergänzen. PulseNet ist allerdings auf eine Auswahl von Labors beschränkt und die Rücksendung der Daten an die Labors benötigt ein Zeitminimum von 24 Stunden. Vorteil der neuen Datenbank ist laut Entwicklern auch die anonyme Abfrage der Datenbank. Innerhalb der nächsten zwei Monate will Wiedmann den PathogenTracker der Öffentlichkeit zugänglich machen. (pte)

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