Gusenbauer: Versorgungssicherheit in Gefahr

5. Februar 2002, 15:46
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SPÖ sieht auch Österreich-Sitz der EHP wackeln

Wien - Die geplante Wasserkraft-Ehe zwischen Verbund und dem deutschen Energiekonzern E.ON könnte nach Ansicht von SPÖ-Vorsitzendem Alfred Gusenbauer "neben allen bekannten negativen Auswirkungen auch die Versorgungssicherheit gefährden". Die Stromversorgung in Österreich würde nach Jahrzehnten grenzenloser Versorgungssicherheit wieder unsicherer werden, so Gusenbauer am Dienstag im SPÖ-Pressedienst.

Insbesondere weil die E.ON auch Regelleistungen aus der Zillertalgruppe beanspruche, würden in Österreich echte technische Regelkreisprobleme drohen. So könnte es immer wieder zu Strom- und Frequenzschwankungen kommen, die vor allem Computernetzwerke massiv behinderten. In Frankreich etwa, wo derartige Schwankungen die Regel seien, mussten große Unternehmungen selbst Stromaggregate anschaffen, um einen reibungslosen EDV-Betrieb sicherzustellen, so Gusenbauer.

"In allen Einzelheiten abzulehnen"

Der Deal zwischen E.ON und Verbund, dessen Pate laut Gusenbauer Wolfgang Schüssel (V) heißt, sei "in allen Einzelheiten abzulehnen". Wie sich immer deutlicher zeige, sei der Konzern E.ON auch in keinster Weise gewillt, Zusagen einzuhalten und österreichische Interessen zu berücksichtigen. Denn mittlerweile sei auch Salzburg als Standort der neu zu gründenden Zentrale des geplanten Wasserkraft-Joint-Ventures European Hydro Power (EHP) unsicher, denn E.ON möchte die Zentrale nach München verlegen. Sollte sich E.ON hier durchsetzen, würden zusätzlich rund 300 Arbeitsplätze in Österreich verloren gehen. Und auch die einst angepriesenen kostenmäßigen Synergieeffekte tendieren angesichts der getrennten Führung deutscher und österreichischer Wasserkraftwerke gegen Null, warnt Gusenbauer.

Die SPÖ habe den Rechnungshofpräsidenten bereits aufgefordert, im Falle des Zusammengehens von Verbund und E.ON den Deal hinsichtlich der Wahrung österreichischer Vermögenswerte zu überprüfen.

Gusenbauer begrüßt weiters das geplante Bündnis der Landeshauptleute gegen den Ausverkauf der heimischen Wasserkraft an den deutschen Atomstromriesen E.ON. Gleichzeitig forderte der SPÖ-Chef Bundeskanzler Schüssel auf, "sich jetzt, wo noch eine Chance zur Verhinderung des E.ON-Deals besteht, nicht aus seiner Verantwortung zu stehlen".(APA)

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