Anzeige gegen oststeirische "Softgun"-Gruppe

5. Februar 2002, 15:55
posten

"Bedenklich gewaltverherrlichende paramilitärische Vereinigung" getarnt als Sportverein

Gegen eine oststeirische Vereinigung, die in der Nähe von Feldbach in einem Waldstück Schießübungen "in voller Montur" durchführt und ihre Aktivitäten auch im Internet propagiert, wurde am Dienstag die Grazer ARGE gegen Gewalt und Rassismus aktiv. Aus Sicht der Grazer Arbeitsgruppe handelt es sich dabei um eine "bedenklich gewaltverherrlichende" paramilitärische Vereinigung. Eine Anzeige wurde erstattet, teilte ARGE-Geschäftsführer Christian.

Paramilitärische Schießübungen

"Wir haben soeben Strafanzeige gegen diese Gruppe von jungen Männern erstattet, die seit Oktober letzten Jahres paramilitärische Schussübungen durchführen", sagte Ehetreiber. Es sei zu befürchten, dass sich hinter dem polizeilich gemeldeten Verein "mehr als nur 'Sport, bzw. das Bewegen in der Natur', wie der Vereinszweck lautet, steckt", so Ehetreiber. Seiner Meinung seien die Aktionen des Vereines "zumindest an der Grenze des Konsenses der Gewaltfreiheit" angesiedelt, so Ehetreiber. Jetzt sei die Sicherheitsdirektion am Zug.

Seine Besorgnis teilt Ehetreiber mit mehreren oststeirischen Eltern, die sich sowohl auf Grund der Schießübungen in der Nähe von Mühldorf bei Fehring als auch der Existenz der Internetseite des Vereines an die steirische Kinder- und Jugendanwaltschaft gewandt haben.

Halfter, Kampfjacken, Zielfernrohre

Auf der Homepage finden sich Abbildungen von modernen Schusswaffen, junge Männer, die mit diesen Waffen hantieren sowie die bildliche Darstellung von weiteren militärischen Ausrüstungsgegenständen (z.B. Halfter, Kampfjacken, Zielfernrohre). Die unter "Training-Taktik" erläuterten "Spiele" lesen sich wie folgt: "Team blau unter der Leitung von Scorpion und Pete, haben zwei Mitarbeiter entführt und haben sich nun im Wald verschanzt. (...) die Spez.einheit wurde sofort alarmiert und steht nun bereit, die Gefahr zu bereinigen. Sie müssen es innerhalb der zwei Stunden schaffen, alle Mitglieder ihrer Einheit zu befreien, sei es Team blau auszuschalten oder sie zur Aufgabe zu zwingen, es muss ein Mitglied von Team blau zum Verhör übrig bleiben (27.10.2001)." Ein Landkartenausschnitt zeigt den Ort, wo diese paramilitärischen Schießübungen auf einem privaten Grundstück durchgeführt werden.

Prüfung der strafrechtlich relevante Tatbestände

"Aus der Perspektive einer Fachstelle für gewaltpräventive Jugendarbeit sind derartige paramilitärischen und gewaltverherrlichenden 'Spiele' für Jugendliche strikt abzulehnen, und es ist von der Exekutive und Justiz zu prüfen, ob bei der Homepage bzw. beim Verein nicht auch strafrechtlich relevante Tatbestände vorliegen", sagte Ehetreiber.

Wir haben die Sicherheitsdirektion schon einmal eingeschaltet", sagte der Bezirkshauptmann von Feldbach, Josef Marko. Nach bisherigen Ermittlungen habe es keine Anhaltspunkte für Verfehlungen gegeben. "Ob das aufeinander Schießen allerdings gescheit ist und was in den Köpfen der jungen Männer vorgeht, ist eine andere Sache", so der Bezirkshauptmann. (APA)

Share if you care.