Konjunkturflaute bescherte Europa fast 200.000 Firmenpleiten

5. Februar 2002, 15:06
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Rund 1,4 Millionen Menschen verloren Job - Nur fünf europäische Länder mit weniger Insolvenzen, darunter auch Österreich

Düsseldorf - Die Zahl der Firmenpleiten in Europa hat das zweite Jahr in Folge zugenommen. Wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform heute, Dienstag, mitteilte, wurden 2001 europaweit insgesamt 199.500 Insolvenzen gezählt. Rund 1,4 Millionen Menschen haben durch Unternehmenszusammenbrüche ihren Arbeitsplatz verloren, wie ein Creditreform-Sprecher erklärte. Angesichts des schlechten konjunkturellen Umfeldes bleibe abzuwarten, ob die Zahl der Arbeitsplatzverluste weiter ansteigen werde.

Rückläufige Insolvenzzahlen meldeten für das vergangene Jahr nur fünf europäische Länder. Neben Österreich, wo es mit 8.876 Insolvenzen um 1,4 Prozent weniger Pleiten als im Jahr davor gab, waren dies Frankreich, die Schweiz, Spanien und Finnland.

Niederlande verbucht höchste Steigerungsrate

Die höchste Steigerungsrate bei Unternehmensinsolvenzen hatten die Niederlande, wo fast 50 Prozent mehr Konkurse zu verbuchen waren. Irland und Dänemark verzeichneten im Vorjahresvergleich Steigerungsraten von 33 beziehungsweise 34 Prozent. In Deutschland zählte Creditreform ein Plus der Insolvenzen von 18,7 Prozent, insgesamt gab es in den alten und neuen Bundesländern 49.600 Insolvenzen.

Dienstleistungsbetriebe waren im vergangenen Jahr laut Creditreform in den meisten europäischen Staaten am häufigsten von Insolvenzen betroffen. In Deutschland etwa waren rund 41 Prozent der Firmenpleiten diesem Bereich zuzurechnen. Auch das europäische Baugewerbe war den Angaben zufolge weit stärker am Insolvenzgeschehen beteiligt als 2000. Jede fünfte Firmenpleite war 2001 dem Baugewerbe zuzurechnen.(APA/AP)

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