Deutschland - Israel als Sicherheitsrisiko

5. Februar 2002, 14:56
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Massive Polizeioperationen rund um Spiel in Kaiserslautern

Hamburg - Das erste Gastspiel der israelischen Fußball-Nationalmannschaft in Deutschland droht zu einer stimmungsarmen Angelegenheit mit massiver Polizeipräsenz zu werden. Bis zum Dienstag waren nicht einmal 10.000 Tickets für die Partie am 13. Februar in Kaiserslautern verkauft. Begleitet wird die Begegnung von den größten Sicherheitsvorkehrungen bei einem Fußballspiel in Deutschland seit der EM 1988. Sogar das Hausrecht wurde an die Polizei übertragen, die damit für alle Maßnahmen rund um das Spiel verantwortlich ist.

"Dieses Spiel hat auf Grund der weltpolitischen Situation eine besondere Dimension, und dieser versuchen wir gerecht zu werden", begründete DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt den Ausnahmezustand. Wegen der Unruhen in Nahost hatten sich die Verbände beider Länder Ende vergangenen Jahres darauf geeinigt, das ursprünglich in Tel Aviv geplante Testspiel nach Kaiserslautern zu verlegen.

Vor dem Stadion will die Polizei, die nach eigenen Angaben mehrere Hundertschaften und damit "wesentlich mehr" als bei sonstigen Spielen abstellt, zwei Sicherheitsringe bilden. Die Eintrittskarten werden nicht von herkömmlichen Ordnern, sondern von Polizeibeamten kontrolliert, die zugleich auch Leibesvisitationen vornehmen. Zudem müssen die Besucher durch provisorisch aufgestellte Metalldetektoren gehen. Jede akkreditierte Person im Stadion - vom Würstchenverkäufer bis zum Moderator des übertagenden Senders ZDF - muss sich einer polizeilichen Überprüfung unterziehen. Der DFB forderte dazu zum ersten Mal überhaupt von allen Journalisten und Fotografen schriftlich das Einverständnis zu dieser Aktion ein, sonst "können wir Ihnen keine Arbeitsplatzgarantie zusichern". (APA/dpa)

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