Opposition: Abgeordnete in Simbabwe beschossen und festgenommen

7. Februar 2002, 18:28
posten

Serie brutaler Einschüchterungsversuche vor der Präsidentenwahl

Harare - In Simbabwe sind drei oppositionelle Abgeordnete der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) nach Angaben der Partei beschossen und anschließend von der Polizei festgenommen worden. Einer von ihnen, Abednico Bhebe, befinde sich auf Grund seiner Verletzungen in bedenklichen Zustand. "Er hat starken Blutverlust, und die MDC befürchtet, dass sein Leben in Gefahr ist, wenn er weiterhin nicht medizinisch versorgt wird", sagte MDC-Generalsekretär Welshman Ncube am Donnerstag. Die Polizei, die nach Ansicht von Beobachtern zunehmend die Schlägertrupps der regierenden ZANU(PF)-Partei von Präsident Robert Mugabe unterstützt, bestätigte den Vorfall nicht.

Er hatte sich nach MDC-Darstellung in Bhebes Wahlbezirk Nkayi rund 160 Kilometer nordöstlich von Bulawayo auf der Fahrt mehrerer MDC- Politiker zu einer Wahlveranstaltung abgespielt. "Ihre Fahrzeuge wurde beschossen, als sie an Nkayis Tankstelle hielten. Sie wurden von Mitgliedern der Armee geschlagen", betonte Ncube. Die Polizei habe die verletzten Opfer daraufhin festgenommen und sie am nächsten Morgen in Handschellen vor dem Polizeigebäude paradieren lassen.

Der Zwischenfall würde sich einreihen in eine Serie brutaler Einschüchterungsversuche der regierenden ZANU(PF) und ihrer Anhänger vor der Präsidentenwahl am 9./10. März. Der seit 22 Jahren amtierende Präsident Mugabe bewirbt sich dabei um ein erneutes Mandat, das ihm der MDC-Vorsitzende Morgan Tsvangirai streitig macht. Das simbabwische Parlament hatte vor Beginn des Wahlkampfes mit der ZANU(PF)-Mehrheit mehrere restriktive Gesetze verabschiedet, die eine wirkungsvolle Kampagne der Opposition stark behindern.

Zusätzlich wurden in den vergangenen Wochen brutale Übergriffe der Mugabe ergebenen so genannten Veteranen-Verbände bekannt. Die unabhängige "Financial Mail" berichtete am Donnerstag, dass zwei oppositionelle Abgeordnete am Wochenende aus ihrem Wahlkreis geflüchtet seien, nachdem ihr Fahrzeug-Konvoi auf einer Wahlkampf- Tour angegriffen worden war. Mugabe hatte zum Auftakt des Wahlkampfes einen "uneingeschränkten Krieg" seiner Anhänger gegen die Opposition gefordert, der auch vor physischer Auseinandersetzung nicht zurückschrecken dürfe.(APA/dpa)

Share if you care.