Morbus Crohn vermutlich durch bakterielle Entzündung gefördert

5. Februar 2002, 13:36
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Aus Abwehrreaktion wird chronisch entzündliche Erkrankung

Washington - Die chronische Darmkrankheit Morbus Crohn wird offenbar durch bakterielle Entzündungen begünstigt. Kolibakterien nutzen nach einem Bericht französischer Forscher, der in der jüngsten Ausgabe der US-Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) veröffentlicht wird, den Rezeptor CD55 im Darm als Einfallstor. Das Eindringen der Bakterien führt zu einer Abwehrreaktion, die schließlich chronische Entzündungen hervorruft.

Die Versuche der Wissenschaftler der Pasteur-Institute in Paris und Lille belegen dem Bericht zufolge, dass bei genetisch vorbelasteten Menschen bestimmte Infektionskrankheiten durch bakterielle Entzündungen hervorgerufen werden können. Bei der nach einem US-Arzt benannten Crohn-Krankheit (Enteritis regionalis Crohn) leidet der Betroffene unter einer schmerzhaften chronischen Entzündung vor allem des untersten Dünndarmabschnittes, die zu Durchfall, Gewichtsverlust und Müdigkeit führt. Bei kompliziertem Krankheitsverlauf kann es zu einem Darmverschluss kommen. Notfalls wird der erkrankte Darmabschnitt operativ entfernt. (APA)

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