Zäh: Kampf um Hollein-Museum im Salzburger Mönchsberg

5. Februar 2002, 13:34
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Ehemaliges Guggenheim-Projekt soll drastisch abgespeckt werden

Salzburg - Das Museum im Mönchsberg (MiM) soll deutlich kleiner werden als ursprünglich geplant. Das gaben Bürgerliste-Stadtrat Johann Padutsch, der Architekt des Projektes, Hans Hollein, und der Direktor des Kunsthistorischen Museums in Wien, Wilfried Seipel, bei einer Pressekonferenz bekannt. Die Ausstellungsfläche soll sich demnach von 6.820 auf 4.650 Quadratmeter reduzieren. Dadurch würden auch die Kosten dramatisch - nämlich von bisher rund 77 Mill. Euro (1,061 Mrd. Schilling) auf jetzt rund 47 Mill. Euro (646,5 Mill. Schilling) - sinken, so Heinrich Spängler, Sprecher des Personenkomitees für ein Kunstzentrum im Mönchsberg.

Geplant sei kein zweites Museum, so Seipel, der im Auftrag der Stadt untersucht hat, wie das Museum am Mönchsberg und das Hollein-Projekt im Mönchsberg konzeptionell verbunden werden könnten, sondern ein "Internationales, multifunktionales Begegnungszentrum für die Kunst". Events, Jugendkultur, Clubbings, historische und zeitgenössische Ausstellungen könnten und müssten dort stattfinden, wenn Salzburg mindestens 300.000 Besucher pro Jahr in dieses Museum locken will. Bei dieser, so Seipel, sehr realistisch geschätzten Zuschauerzahl würde dieses Haus mit seinen 55 Mitarbeitern im Betrieb jährlich mit 3,5 Mill. Euro subventioniert werden müssen. Bei einer erreichbaren Zuschauerzahl von 500.000 Menschen sänke der Zuschussbedarf auf 1,8 Mill. Euro.

Pessimistisch

Betont wurde einhellig, dass sehr viel des investierten Steuergeldes durch die Umwegrentabilität wieder hereinkomme und dass sich dieses Kunstzentrum im Berg durch die außergewöhnlich attraktive Architektur von Hans Hollein in zwei bis drei Jahren international etablieren und Salzburg so zu einer wichtigen Adresse der bildenden Kunst in Europa machen könnte. Seitens der Salzburger Landesregierung werden die Realisierungs-Chancen dieses Projektes dennoch eher pessimistisch eingeschätzt.

Das Betreiberkonzept von Wilfried Seipel sieht einen Dienstleistungsvertrag zwischen Stadt und Land und dem Kunsthistorischen Museum Wien vor. Für einen Fixbetrag sollten ein bis zwei große und fünf bis sechs kleinere Ausstellungen, teilweise aus den Beständen des Kunsthistorischen Museums, der Eremitage in Leningrad und des Guggenheimmuseums nach Salzburg gebracht werden. Ein Kooperationsvertrag zwischen diesen drei großen Museen besteht ja bereits, eine Mitnutzung der enormen Bestände dieser Museen in Salzburg sei abgesprochen und jederzeit möglich, so Seipel. (APA)

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