Iran wirft USA Verleumdung vor

5. Februar 2002, 11:33
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Teheran weist Bush-Angriffe zurück - "Staatsterrorismus" geht von Israel aus

Teheran - Die iranische Regierung hat in einem Brief an UNO-Generalsekretär Kofi Annan die von US-Präsident George W. Bush erhobenen Anschuldigungen gegen Teheran zurückgewiesen. In dem am Mittwoch von der iranischen Nachrichtenagentur IRNA auszugsweise veröffentlichten Schreiben von Außenminister Kamal Kharrazi werden Bushs Bemerkungen in seiner Rede zur Lage der Nation von vergangener Woche als "unbegründete Behauptungen und Verleumdungen" bezeichnet. Bush hatte den Iran zusammen mit Nordkorea und dem Irak als "Achse des Bösen" gebrandmarkt und damit Spekulationen über eine Ausweitung der US-Angriffe von Afghanistan auf andere Staaten genährt.

"USA definiert, wer Terrorist ist und wer nicht"

In dem auf Montag datierten Schreiben heißt es, die USA nähmen das Recht für sich in Anspruch zu definieren, wer Terrorist sei und wer nicht, und belieferten zugleich Israel massiv mit Waffen, das regelmäßig "Staatsterrorismus" begehe. Zum Vorwurf aus Washington, Iran entwickele Massenvernichtungswaffen, erklärte der Außenminister, im Gegensatz zu den USA habe Iran die entsprechenden Abkommen zur Nicht-Entwicklung und Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen unterzeichnet.

Der Iran habe als erster Staat vor der von den afghanischen Taliban ausgehenden "terroristischen Gefahr" und dem Drogenhandel gewarnt und unlängst entscheidend zum Machtwechsel in Afghanistan beigetragen, betonte Kharrazi. Teheran habe außerdem alles unternommen, um ein Einsickern von Terroristen auf iranisches Gebiet oder terroristische Aktivitäten von seinem Territorium aus zu verhindern. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte der iranischen Regierung vorgeworfen, sie helfe El-Kaida-Kämpfern und Taliban bei der Flucht aus Afghanistan. Er beschuldigte den Iran zudem, seine Grenze zu Afghanistan im Gegensatz zu Pakistan nicht abgeriegelt zu haben. (APA)

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