Indonesien: Parlamentspräsident angeblich in Finanzskandal verwickelt

5. Februar 2002, 10:24
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6,1 Millionen Euro sind nicht bei Hilfsorganisation angekommen - Akbar Tandjung weist alle Vorwürfe zurück

Jakarta - Die Staatsanwaltschaft hat am Dienstag den indonesischen Parlamentspräsidenten Akbar Tandjung als Verdächtigen in einem Finanzskandal verhört. Tandjung traf zusammen mit seinen Anwälten und einigen Mitgliedern der früheren Staatspartei Golkar, die dem Ex-Diktator Suharto nahe steht, im Büro des Staatsanwaltes ein. Tandjung, der Golkar-Vorsitzender ist, sagte vor Journalisten, er sei bereit, alle Fragen der Ermittler zu beantworten.

Tandjung hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Beobachter erklärten, er habe gedroht, gegen andere Politiker auszusagen, sollte sein Fall vor Gericht kommen. Tandjung hat eingeräumt, von der Regierung des Suharto-Nachfolgers B.J. Habibie umgerechnet rund 6,1 Millionen Euro erhalten und an eine Hilfsorganisation weitergeleitet zu haben. Ermittlungen ergaben jedoch, dass das Geld dort nie ankam. (APA/AP)

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