US-Investor neuer BBAG-Kernaktionär

5. Februar 2002, 18:38
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Arnhold & Bleichroeder stockt Anteil auf

Wien - Die Brau Beteiligungs AG (BBAG) hat einen neuen Kernaktionär. Das US-Investmenthaus Arnhold & Bleich-roeder hat seinen Anteil an Österreichs größtem Getränkekonzern auf 5,08 Prozent aufgestockt und ist damit zweitgrößter Aktionär. Mehrheitseigentümer der BBAG bleibt die Brauerei Schwechat AG mit 66,79 Prozent der Stimmrechte, die übrigen 33,21 Prozent befinden sich im Streubesitz.

Nach dem Londoner Investmenthaus Silchester, das mehr als zehn Prozent an der Brau Union hält, ist Arnhold & Bleichroeder der zweite internationale Großinvestor, der Anteile am heimischen Getränkeimperium erwirbt. Die BBAG will aber nicht von einem "Kernaktionär" sprechen, da dieser Begriff nur auf die Gründerfamilien zutreffe, die den Löwenanteil der Stimmrechte halten.

"Dieses Investment beweist, dass wir mit unserer Börsestory auch international Beachtung finden", sagte BBAG-Vorstandschef Karl Büche. Der neue Investor habe großes Know-how im Getränkebereich und in Wachstumsmärkten. Daher passe er hervorragend ins strategische Konzept der BBAG.

Schnelle Gewinne

Arnhold & Bleichroeder gilt in der Branche als Investor, der für seine Aktionäre schnelle Gewinne erwirtschaftet, sich aber auch relativ rasch wieder aus Investments verabschiedet. Anders als bei der AUA (bei der vor einigen Tagen ein anderer US-Investor fünf Prozent übernahm) ist ein Erwerb der Sperrminorität oder der Mehrheit bei der BBAG aufgrund der Mehrheitsverhältnisse ausgeschlossen. Der Investor wollte das Engagement nicht kommentieren, es "genüge schon, wenn man das Überspringen der Fünfprozentmarke kundmachen müsse".

Die Ursprünge von Arnhold & Bleichroeder reichen rund 200 Jahre zurück. Das Bankhaus S. Bleichröder wurde 1803 in Berlin gegründet und erlangte Mitte des neunzehnten Jahrhunderts internationale Berühmtheit, als Gerson von Bleichröder Finanzberater des deutschen Kanzlers Bismarck war.

Das 1864 in Dresden gegründete Bankhaus Gebrüder Arnhold eröffnete nach dem Ersten Weltkrieg Filialen in London, Zürich und New York. 1931 übernahm Arnhold Bleichröder. Nach dem Wechsel des Firmensitzes nach New York wurde der Name 1937 auf Arnhold & Bleichroeder geändert. (zwi, DER STANDARD, Printausgabe 6.2.2002)

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