Paraguays Justizminister nach Foltervorwürfen zurückgetreten

5. Februar 2002, 06:33
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Ermittlungen gegen Regierungsmitglieder nach Entführung und Misshandlung zweier Linkspolitiker

Asuncion - Nach der Entlassung von Paraguays Polizeichef Blas Chamorro ist auch Justiz- und Arbeitsminister Silvio Ferreira nach Foltervorwürfen gegen Polizisten zurückgetreten. Der Schritt sei notwendig, um sich ungehindert gegen die Vorwürfe verteidigen zu können, er habe mit der Folterung von zwei linken Politiker zu tun, sagte Ferreira am Montag (Ortszeit).

Aus dem gleichen Grund bot auch Innenminister Julio Cesar Fanego kurz darauf erneut seinen Rücktritt an. Der linke Politiker Juan Arrom hatte beiden vorgeworfen, an seiner Entführung und Folterung beteiligt gewesen zu sein. Die beiden Politiker dementierten das ebenso wie der frühere Polizeichef.

Arrom war vergangenen Mittwoch zusammen mit Anuncio Marti, der ebenfalls der linken Splitterpartei "Bewegung für ein freies Vaterland" (MPL) angehört, mit offensichtlichen Folterspuren in einer Wohnung bei Asuncion gefunden worden. Beide waren seit dem 17. Jänner als vermisst gemeldet und nach diesen Informationen zwischenzeitlich von Polizisten misshandelt und gequält worden.

Die Polizei habe die Männer verdächtigt, an der Entführung der Frau eines wohlhabenden Unternehmers beteiligt gewesen zu sein. Die Geisel war am 19. Jänner nach der Zahlung eines Lösegeldes von einer Million Dollar (1,15 Millionen Euro) frei gelassen worden. (APA)

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